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Ralph Hagemeyer: Ein Wuppertaler mit ganz viel „Südstadt Liebe“

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Ralph Hagemeyer (re.) bei der Einweihung des restaurierten Wandzierbrunnens mit Künstler Erich Cleff III., dem Enkel des Brunnen-Erbauers. | Foto: privat

„Südstadt Liebe“ ist das Motto des Bürgervereins in dem Elberfelder Quartier. Ein Mensch, der als personifizierte „Südstadt Liebe“ bezeichnet werden könnte, ist Ralph Hagemeyer: Am Montag feierte der frühere Vorsitzende des Bürgervereins der Elberfelder Südstadt seinen 80. Geburtstag.

Die „Südstadt Liebe“ war ihm zwar nicht in die Wiege gelegt, er wuchs abwechselnd am Brill und in Düsseldorf auf, allerdings ist sie familiär begründet: Der Vater zählte in den 1950er-Jahren zu den „Wiedergründern“ des Vereins, dem er später rund zehn Jahre vorstand. Zumal auch manche Vorstandsitzung im heimischen Haus am Waldschlößchen abgehalten wurde, wie sich Ralph Hagemeyer erinnert, war es für den Sohn, auch beruflich als Rechtsanwalt in die Fußstapfen getreten, keine Frage: Der Eintritt in den Bürgerverein, „das war für mich selbstverständlich“, blickt er auf das Jahr 1978 zurück.

Wie schon der Vater: Vorsitzender des Bürgervereins

Wie beim Vater: Bei der Mitgliedschaft blieb es nicht. In den 1980er-Jahren engagierte sich Hagemeyer zunächst als Pressereferent, Ende der 1990er-Jahre wurde er 2. Vorsitzender. Als mit Hans-Joachim Thias im Jahr 2009 der jahrzehntelange Vereinschef starb, war kaum eine Frage, wer 2010 die Nachfolge von „Mr. Südstadt“ antreten sollte: Mit seinem 30-jährigen Engagement war Ralph Hagemeyer quasi gesetzt.

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Er behielt den Vorsitz bis 2021, um dann für Nachfolger Michael Dickmann an die Seite zu treten. Nicht aber, um sich zur Ruhe zu setzen: Zumal Ehefrau Brigitte seit inzwischen 25 Jahren die Vereinsfinanzen zuverlässig in Ordnung hält, engagiert sich auch Ralph Hagemeyer weiter – nun eben im Beirat. Dabei hat das Südstadt-Urgestein vor allem darauf ein waches Auge: den Wandzierbrunnen gegenüber der Historischen Stadthalle.

Ob der mit Barmenia-Mitteln finanzierte Fitness-Parcours „Freudenberger Runde“, die Aufwertungen des Spielplatzes im Park am Uellenberg oder die Sanierung des Gedenksteins zum Jubiläum „1.000 Jahre Zugehörigkeit des Rheinlandes zu Deutschland“ – eine Vielzahl von Projekten fällt in die Zeit seines Vereinsvorsitzes. Die Restaurierung des Wandbrunnens am Ausgang der Kölner Straße ist eine Art Herzens-Projekt von Ralph Hagemeyer.

Im Jahr 2017 mit dem „Wuppertaler“ geehrt

Nachdem der Bürgerverein rund 40.000 Euro an Spendengeldern aufgebracht hatte, sprudelt es seit September 2018 wieder aus den drei Wasserspeiern des abends schmuck illuminierten Brunnens – eine Aufwertung auch für die Stadthalle gegenüber…! Regelmäßig schaut Ralph Hagemeyer an dem Südstadt-Brunnen nach dem Rechten – „das möchte ich auch gerne so weitermachen – so lange ich’s kann…“

„Südsteg“-Ankündigung als vorzeitiges Geschenk

Ausdauer bewies der Südstädter, der im Jahr 2017 mit dem Ehrenamtspreis „Wuppertaler“ ausgezeichnet wurde (die CW berichtete), auch für ein weiteres Projekt: die Schaffung eines barrierefreien Zugangs von der Distelbeck zum Hauptbahnhof. Als der Bürgerverein im Herbst 2012 den Bürgerantrag an die Stadt stellte, den „Südsteg“ mit der legendär-maroden Rolltreppe durch einen barrierefreien Aufzugturm zu ersetzen, dachte Ralph Hagemeyer, dass die Realisierung „eine Kleinigkeit“ sei. Zumal eine Studie die Kosten auf unter zwei Millionen Euro bezifferte.

Ein Irrtum, aber immerhin eines mit „Happy End“: 13 Jahre später steht der auf inzwischen 6,5 Millionen Euro taxierte Aufzugturm zwar noch längst nicht. Dass der Baubeginn dazu im Februar erfolgen soll (die CW berichtete), war aber erst jüngst eine Mitteilung der Stadt – ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk zum 80sten von Ralph Hagemeyer, dem Wuppertaler mit viel „Südstadt Liebe“…