04.02.2026, 17.07 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

NRW-Bodenschutzpreis: Späte Ehrung für Kohlfurth-Sanierung

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Hubert Leonard Nobis und Lars Behrendt-Green von der Stadt Wuppertal nahmen den Preis aus den Händen von Jury-Vorsitzendem Dr. Hans Richter und Matthias Börger (Umweltministerium, v.l.) entgegen. | Foto: AAV

Mit dem Bodenschutzpreis NRW werden vom Umweltministerium (MUNV) sowie dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) Projekte ausgezeichnet, mit denen belastete Flächen besonders gelungen saniert und für Nutzungen zurückgewonnen werden konnten. Bei der sechsten Preisvergabe wurde im Dezember in Hattingen auch eine Maßnahme in der Kohlfurth gewürdigt: Die Sanierung des Areals einer ehemaligen Galvanik im Bereich Unterkohlfurth erhielt den 2. Preis, gemeinsam mit einem Vorhaben in Iserlohn.

Eine recht späte Würdigung für das Projekt der Stadt Wuppertal: Die Sanierung der rund 1.400 großen ehemaligen Firmenfläche erfolgte nämlich bereits in den Jahren 2010/11. Das Areal war nach Angaben der Stadt stark unter anderem mit Chrom VI, Nickel, leichtflüchtigen Halogen-Kohlenwasserstoffen (LHKW) und perfluorierten Tensiden (PFT) belastet. Gefahren für die menschliche Gesundheit bestanden laut Stadt nicht.

Tausende Tonnen belasteter Boden ausgehoben & entsorgt

Zur Sanierung wurde das Areal bis zu einer Tiefe von rund neun Metern ausgehoben – insgesamt etwa 20.000 Tonnen belasteter Boden wurden abgefahren und fachgerecht entsorgt. Anschließend wurde die Baugrube mit sauberem Boden wieder verfüllt und zugleich umfangreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen getroffen. „Wir vergeben den zweiten Preis an dieses Projekt, um die besondere Bedeutung von Bodenschutzmaßnahmen hervorzuheben“, unterstrich Abteilungsleiter Matthias Börger vom NRW-Umweltministerium, dass das Landschaftsschutzgebiet im Wuppertaler Süden nach der erfolgreichen Sanierung ein artenreiches Stück Natur hinzugewonnen habe. Zudem würdigte die Jury, dass mit dem Alpakahof-Wuppertal auf der sanierten Altlast ein vorbildliches Zusammenspiel aus Umweltschutz und sozialer Verantwortung entstanden sei.

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„Neue Perspektiven für belastete Flächen eröffnet…“

Mit dieser Reaktivierung entspricht das Unterkohlfurther Sanierungsprojekt beispielhaft den Kriterien des NRW-Auszeichnung: „Mit diesem Preis zeichnen wir herausragende Ideen und Projekte aus, die zur nachhaltigen Entwicklung brachgefallener Flächen, zur Innenentwicklung der Städte und zur Verbesserung von Gewerbe-Standorten beitragen“, erläuterte Jury-Mitglied Matthias Börger. „Die eingereichten Projekte belegen eindrucksvoll, wie die Reaktivierung brachliegender und belasteter Flächen neue Perspektiven für Städte und Gemeinden eröffnet, zur Aufwertung urbaner Räume beiträgt und zugleich den Flächenverbrauch begrenzt“, ergänzte mit Dr. Hans Richter der Jury-Vorsitzende und stellvertretende AAV-Verbandsvorsitzende.

Hauptpreis 2025 für den „RheinPark“ in Duisburg

Der Hauptpreis des NRW-Bodenschutzpreises 2025 ging übrigens an den „RheinPark“ in Duisburg-Hochfeld. Auf dem rund acht Hektar großen Gelände eines ehemaligen Walzdrahtwerks ist ein öffentlicher Park mit Promenade am Rhein-Ufer, Aussichtsplattform, Spielplätzen oder auch Ggastronomie entstanden. Insgesamt hatten zwölf Kommunen und Unternehmen Projekte für den Bodenschutzpreis angemeldet. Die Preise sind mit insgesamt 10.000 Euro dotiert, zur zwölfköpfigen Jury gehört auch Constanze Schmidt vom Wuppertal Institut. Mehr Infos unter aav-nrw.de/bewerbungen/bodenschutzpreis-nordrhein-westfalen-2025.