06.02.2026, 12.14 Uhr | Marion Heidenreich | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
„Portrait“: Nach IHK-Chef Pasch heute WI-Präsident Fischedick
IHK-Präsident Henner Pasch stellte sich im Rahmen der Reihe „Portrait" den Fragen von Martin Probach (li.) und Prof. Dr. Martin Fleuß (re.). | Foto: Marion Heidenreich
Um auf die wirtschaftliche Situation im Bergischen Städtedreieck aufmerksam zu machen, scheute sich IHK-Präsident Henner Pasch kurz vor Weihnachten nicht, mit weiteren UnternehmerInnen in der Kohlfurth in die Wupper zu gehen (die CW berichtete). Gerade auch das sei eine wichtige Aufgabe der Industrie- und Handelskammer (IHK): Um zu zeigen, was in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nicht so gut läuft, „legen wir den Finger in die Wunde“, erläuterte Pasch, als er in der Reihe „Portrait“ bei Martin Probach und Prof. Dr. Martin Fleuß am Küllenhahn zu Gast war. Geboren wurde Pasch 1980 in Solingen in eine Handball- und Beamten-Familie. Bis zu den Herren war er als Handballer aktiv – und zwar „gar nicht so schlecht, war aber nie ehrgeizig“, beurteilte er sein Talent. Dann rückten andere Interessen in den Vordergrund, so das Tanzen oder die Jugendarbeit in der Gemeinde, in der er sich als Jugendleiter engagierte, bis er mit 26 Jahren Unternehmer wurde.
Auf „schiefer“ Laufbahn zum Erfolg
Zur Schulzeit räumte Pasch ein: „Ich war ein schlechter Schüler, aber immer sehr engagiert.“ Sein Amt als Schülersprecher trug dazu bei, dass „alle glaubten, ich wäre gut“. Nach dem Abitur entschied sich Pasch für ein Studium der Wirtschaftswissenschaft. Davor hatte er seinen Zivildienst als IT-Administrator bei der VHS Solingen absolviert, parallel zum Studium gab Pasch als VHS-Dozent Computer- und Internet-Kurse für Senioren. Das Geldverdienen gefiel dem Studenten Pasch besser als die „WiWi“-Vorlesungen; zumal er im „Beamtenhaushalt kurz gehalten wurde“, bewarb er sich als Programmierer. Nach der Probezeit drohte ihm „als schlechtestem Programmierer“ die Entlassung – wäre da nicht die Betriebsfeier gewesen: Mit seiner Erfahrung aus kirchlicher Jugendarbeit und Sport sorgte Pasch für gute Stimmung auf der Feier… Nach dem Motto: „Wir können das besser als unsere Chefs“, gründete Pasch schließlich 2006 mit vier Kollegen die fourtexx GmbH, ein IT-Unternehmen zur Software-Erstellung für Prozesse und Personal.
Engagement für Gesellschaft, Wirtschaft & Bushaltestelle
„Anpacken und Verändern“ ist nicht nur im Unternehmen das Motto des selbst erklärten „Ordnungsliebhabers“: „Was nicht passt, ist schwer zu ertragen. Verändere gerne sofort was“ – so reinigte er auch schon einmal die Bushaltestelle vor seinem Büro: „Da habe ich eine innere Patenschaft für abgeschlossen.“ Genauso pragmatisch ist Paschs Reinigungsvorschlag für den Kiesbergtunnel: „Alles wegkehren, was da nicht hingehört“ – dann wäre dort direkt Platz, um wichtige Buga-Sachen zu installieren, „um den Leuten zu zeigen, wie toll das wird“… Seit 2014 engagiert sich Pasch ehrenamtlich als IHK-Richter, als 2. Vorsitzender der Gruppe „112 e.V.“ hat Pasch sich zudem der Brandschutzerziehung und -aufklärung verschrieben. Um Solingen lebenswerter und attraktiver zu gestalten, ist er zudem im Initiativkreis Solingen sowie im Rotary-Club Solingen Klingenpfad aktiv.
Kontroverse Stimme der Bergischen Wirtschaft
Als Interessensvertreter der Bergischen Unternehmen sparte Pasch nicht mit deutlichen Worten zu Wirtschaftspolitik und Gesellschaft. Bereits im Oktober sorgte er mit seinen Aussagen zur Arbeitsmoral junger Menschen für Unmut. An der Nesselbergstraße plädierte Pasch für eine Rückkehr zur Leistungsorientierung, um nicht abgehängt zu werden. Leistungsorientierte Kompromisse auch auf politischer Ebene seien notwendig. Pasch plädierte für ein Zurück zu einer Politik für die Gesellschaft statt gegen wirtschaftliche Innovationen. Ohne Scheindebatten müsse jetzt gehandelt werden – um nicht in „amerikanische Verhältnisse“ abzudriften…
Nächster „Portrait“-Abend: Heute mit WI-Chef Prof. Dr. Manfred Fischedick
Mit Prof. Dr. Manfred Fischedick ist heute Abend der Präsident des renommierten Wuppertal Instituts in der Reihe „Portrait“ zu Gast. Der Abend im evangelischen Gemeindehaus Küllenhahn beginnt um 19.30 Uhr in der Nesselbergstraße 12, der Eintritt ist frei.





