12.02.2026, 17.00 Uhr | Meinhard Koke | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Annette Stöcker: Signierstunde zu „Reisebericht“ bei Nettesheim
Autorin Annette Stöcker (re.) bietet zu ihrem Erstling „Über Quellen und Brücken – Eine Reise“ bei Alexander Schuster (li.) in der Cronenberger Buchhandlung Nettesheim eine Signierstunde an. | Foto: Meinhard Koke
„Ein wunderbares Lesevergnügen“, schreibt mit Alexander Schuster ein Mann vom Fach zu dem Buch von Annette Stöcker – Schuster ist als Leiter der Buchhandlung Nettesheim schließlich ziemlich belesen… Die Empfehlung des Dorper Buchhändlers gilt dem Erstling von Annette Stöcker: „Über Quellen und Brücken – Eine Reise“, heißt es, und es ist so einiges: ein Reisebericht, Biografie, Ratgeber, Rad-Wanderführer und nicht zuletzt ein „Reiseführer“ ins Innere von Annette Stöcker.
Mit leichtem Gepäck und ohne Buch-Pläne
Vor drei Jahren war es, da sollte es die Heilpraktikerin und Physiotherapeutin vom Hahnerberg mit ihrem Mann mal wieder auf die Herzensinsel Terschelling ziehen. Diesmal war etwas anders für Annette Stöcker: Es ging ohne Sehnsucht hin und zurück nach Cronenberg mit einem Gefühl der Enge – „total abstrus!“, blickt Stöcker in ihrem Buch zurück: „Ich sehne mich nach Weite…“„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt“, lautet ein berühmter Satz von Mahatma Gandhi – Stöcker beherzigt ihn: Sie geht auf Fahrradreise, ganz allein und ohne groß vorauszuplanen; nichts Spektakuläres, eine Tour auf dem Ruhrtalradweg – die Tour zur Quelle des Flusses wird eine Reise zu den Wurzeln ihrer Familie und in ihr Inneres…
Alleinreise: Ein Wagnis und zugleich eine Chance
Ein Buch darüber zu schreiben, das hatte die Hahnerbergerin nicht im Sinn, als sie die Satteltaschen packte und über die Sambatrasse los fuhr. Das ergab sich im Laufe der zwölf Tage hin und zurück, an denen sie täglich „Tourbuch“ führte – und im Anschluss, als „die Geschichte aus mir herausfloss wie ein Wasserfall aus einem Gebirge…“ Es „sprudelten“ 242 Seiten heraus, die Tour zur Quelle von Ruhr und Nuhne entpuppte sich als Quell für Annette Stöcker. Das Wagnis „Alleinreise“, das die Hahnerbergerin zunächst etwas „bange“ losradeln ließ, war dabei eine Fügung. Wäre sie ansonsten mit dem alten Mann auf der Brücke ins Gespräch gekommen? Hätte sie zu zweit den Spaziergänger ein Stück seines Gassigangs entlang der Ruhr begleitet, mitbekommen, was die Holländerinnen über Sex plauderten, sich in die puzzelnde Hotel-Familie im Sauerland „gestürzt“ oder an der Nuhne-Quelle getanzt und gesungen…? Und: Hätte eine Radreise „mit Anhang“ sie zur persönlichen „Quelle“ geführt…?
Annette Stöcker nimmt ihre LeserInnen nicht nur mit an Ruhr und Nuhne, ins Sauerland, in dieses und jenes Hotel oder Café. Die 57-Jährige lässt sich auch bei ihren berührenden Zufalls-Begegnungen begleiten, sie gibt Einblicke in die Familiengeschichte und ebenso in ihre chronische Krankheit. So wie die Hahnerbergerin auf ihrer Radtour nicht immer den direkten Weg nimmt, mitunter auch abzweigt, ist auch ihr Buch: es führt hier hin und dort hin, es schlägt Brücken und führt zu Quellen… Das Stöcker-Buch ist nicht spektakulär, es ist vielmehr wohltuend leise, offen und ehrlich, zugewandt und mutig – eine Ermunterung, die Veränderung zu sein, welche man für sich wünscht. Und vielleicht auch die Welt…!
Informationen zum Buch & zur Signierstunde
Das mit Illustrationen von Florian Schmidt bebilderte besondere Reisetagebuch ist unter der ISBN 978-3-384-74212-4 zum Preis von 22 Euro im Buchhandel erhältlich, natürlich auch in der Buchhandlung Nettesheim! Und hier können Interessierte Annette Stöcker am kommenden Samstag, 14. Februar, auch begegnen: Von 10 bis 13 Uhr signiert die Hahnerbergerin bei Nettesheim an der Hauptstraße 17 ihr poetisches Buch.





