04.03.2026, 18.38 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

1. Sudberger Legendencup: Sportlich top, finanziell eher „hopp“

Artikelfoto

Marc Brinker, Organisator des 1. Sudberger Legendencups (li.), lotste mit Altstar Dariusz Wosz unter anderem auch die legendäre „Zaubermaus“ des VfL Bochum in die Uni-Halle. | Foto: privat

Sportlich erwies sich der SSV 07 Sudberg als guter Gastgeber: Wie angesichts der Klasse der weiteren Teams nicht anders zu erwarten, ließen die Schwarz-Blauen bei der Premiere des Sudberger Legendencups (die CW berichtete mehrfach) den Gästen den Vortritt. Den imposanten Cup nahm Arminia Bielefeld mit nach Hause, das im Endspiel dem VfL Bochum mit 7:3 das Nachsehen gab. Auch im kleinen Finale blieben die Traditionsteams zweier Bundesligisten unter sich: Hier spielten sich die Knappen-Legenden mit einem 4:3 gegen den 1. FC Köln auf Platz drei bei der Erstauflage des Turniers in der Uni-Halle.

Lob von Legenden & Klubs
Auch insofern erntete Cheforganisator Marc Brinker ausschließlich positive Reaktionen auf die Legendencup-Premiere: „Alle waren mega-begeistert“, berichtet der Geschäftsführer des SSV zur Resonanz des Budenzaubers am Uni-Berg. Ob die Geißböcke aus der Domstadt oder die Fohlen vom Niederrhein, ob die Altstars von der Castroper Straße in Bochum oder die Königsblauen und die Arminen von der Alm – alle „großen“ Gästeteams hätten sich durchweg positiv zurückgemeldet und bescheinigt, wirklich etwas auf die Beine gestellt zu haben. „Alle haben geschrieben, dass wir das noch mal machen sollen“, freut sich Marc Brinker über die Begeisterung und die Zusagen von Olaf Thon, Dariusz Wosz, Ex-Nationalspieler Marcell Jansen sowie Karlheinz Pflipsen und Chiquinho, bei einer Zweitauflage des Legendencups wieder in die Uni-Halle zu kommen.

Für CSC-Keeper Christian Hermes (vo re.) war die 1:4-Niederlage gegen die Weisweilerelf sicherlich nicht ganz so schwer zu verkraften: Christian Hermes ist Gladbach-Fan…! | Foto: Odette Karbach

Für CSC-Keeper Christian Hermes (vo re.) war die 1:4-Niederlage gegen die Weisweilerelf sicherlich nicht ganz so schwer zu verkraften: Christian Hermes ist Gladbach-Fan…! | Foto: Odette Karbach

Anzeige

Wuppertal-Teams achtbar
Auch wenn sie nichts mit dem „Treppchen“ zu tun hatten, boten die Traditionsduelle für die Wuppertaler Teams dennoch reichlich Spaßfaktor: Gastgeber Sudberg erwies sich alles andere als „Kanonenfutter“, kam gegen den WSV immerhin zu einem 1:1 und traf sowohl gegen Bochum gleich dreifach (3:6) als auch gegen Schalke (1:3). Der WSV fuhr nach dem Remis gegen Sudberg auch gegen Bochum ein 4:4-Unentschieden ein, musste nach einem 1:5 gegen Schalke jedoch vorzeitig die Segel streichen. Ohne Punkt war für die Oldies des Cronenberger SC nach der Gruppenphase erwartungsgemäß Endstation: Nach deutlichen Niederlagen gegen Köln (0:7) und den späteren Cupsieger Bielefeld (0:6) erreichten die Grün-Weißen mit dem 1:4 gegen die Weisweiler-Elf aus Gladbach immerhin einen versöhnlichen Abschluss.

Bei allem Spaß an dem Traditions-Budenzauber: Das runde Leder war, wie hier in der Partie zwischen den Altherren des SSV 07 Sudberg und den 04ern von Schalke, immer fest im Blick…! | Foto: Odette Karbach

Bei allem Spaß an dem Traditions-Budenzauber: Das runde Leder war, wie hier in der Partie zwischen den Altherren des SSV 07 Sudberg und den 04ern von Schalke, immer fest im Blick…! | Foto: Odette Karbach

FC Köln: Schön gespielt, nichts gewonnen
Im Halbfinale setzten sich dann nicht nur die Arminen im Neunmeterschießen gegen Schalke durch, auch Bochum löste das Finalticket – mit einem 4:3 gegen den „Effzeh“ aus Köln, der optisch in der Uni-Halle bis dahin vielleicht die beste Figur abgegeben hatte und daher am Ende mit Platz vier unter Wert die Heimreise an den Rhein antrat. Nicht nur die Kölner waren womöglich mit ihrem sportlichen Abschneiden unzufrieden. Auch für Organisator Marc Brinker hatte das „super-schöne Event“ einen Makel: Wirtschaftlich war es wohl ein Minusgeschäft.

Anzeige

Nur 850 Zuschauer sorgen für ein Minus
Insgesamt rund 850 Zuschauer kamen an die Albert-Einstein-Straße, um den Premieren-Aufgalopp vieler Altstars mitzuerleben – etwa 1.500 Besucher hätten es nach Worten von Marc Brinker sein müssen, um zumindest eine schwarze Null zu schreiben. „Ich habe viele kleine Fehler gemacht“, lautet die Bilanz von Marc Brinker. So sei es zum Beispiel nicht gerade förderlich für das Turnier gewesen, dass der WSV sowie Köln und Schalke parallel Heimspiele hatten und mancher Fan daher lieber seinen Klub anfeuerte, als in die Uni-Halle zu pilgern.

Simone Fiore (vo. li.) von den CSC-Altherren im Zweikampf mit Ex-Nationalspieler Marcell Jansen, der im Dress der Weisweilerelf von Borussia Mönchengladbach in der Uni-Halle auflief. | Foto: Odette Karbach

„Kutte“ Kutowski will mit BVB 2027 dabei sein…
Umso mehr dankt Marc Brinker allen Sponsoren der Legendencup-Premiere sowie seinen Mithelfern bei Organisation sowie Auf- und Abbau – ohne sie wäre das Fußball-Event nicht möglich gewesen. Aus dem Tritt will sich Brinker durch das wahrscheinliche Minus nicht bringen lassen, sondern 2027 „ohne Fehler“ einen neuen Anlauf für den Legendencup wagen. Ein zusätzliches Zugpferd könnte dann jedenfalls dabei sein: Günter Kutowski habe ihn im Anschluss unter anderem angerufen und signalisiert, dass Borussia Dortmund im nächsten Jahr in der Uni-Halle auflaufen würde.