05.03.2026, 13.57 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Peter Krämer: Hinter den Kulissen als Beiratschef eine TiC-Säule

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Eine der Säulen des TiC-Theaters: WPK-Chef Peter Krämer engagiert sich mit seinem Unternehmen als Gesellschafter des Cronenberger Theaters sowie persönlich als Vorsitzender des TiC-Beirates. Und Krämers Verbundenheit mit dem TiC drückt sich im Konferenzsaal von WPK auch ganz „plakativ“ aus: Eine Wand schmückt ein Szenenbild aus dem TiC-Stück „Verrücktes Blut“ mit Mirca Szigat… | Foto: Meinhard Koke

Als das TiC-Theater 2008 vor dem Neuanfang stand, war Peter Krämer kein Stammgast: „Ich war mal da“, sagt der 66-Jährige rückblickend, „aber ich war kein Begeisterter …“ Heute ist er eine der zentralen Figuren hinter den TiC-Kulissen – als Gesellschafter und Vorsitzender des Beirats. Krämer ist Wirtschaftsprüfer und Geschäftsführer der WPK Beratung GmbH. Der in der oberen Südstadt lebende Unternehmer engagiert sich seit jeher kulturell, besucht Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen. Gemeinnütziges Engagement ist für ihn selbstverständlich. Und so gehörte er nach der Insolvenz des TiC zu jenem Kreis von Unternehmern, die Insolvenzverwalter Stephan Ries ansprach.

„Machen Sie das doch, Herr Krämer…“
Der entscheidende Moment folgte Anfang 2009 bei einem Treffen der neuen Gesellschafter bei KNIPEX. „Machen Sie das doch“, appellierte KNIPEX-Chef Ralf Putsch an Krämer, als es um den Vorsitz des Beirats ging. Krämer übernahm – „und fast 20 Jahre später bin ich’s immer noch…“ Von Beginn an habe es beim Neustart ein Ziel gegeben: Sicherheit. Geschäftsführung, Gesellschafter, Beirat und Förderverein wollten das Theater gemeinsam mit Bürgerschaft, regionaler Wirtschaft und TiC-Club auf ein stabiles Fundament stellen. „Sicherheit war zuvor so nicht mit dem TiC verbunden“, betont Krämer. Das Haus sollte wirtschaftlich so aufgestellt sein, dass es sich ganz auf seine künstlerische Arbeit konzentrieren kann: „Dass das gelingen kann, das war unser Antrieb.“

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Eine Positivbilanz zum TiC-40sten
Zum 40-jährigen Bestehen zieht der Beiratschef eine klare Bilanz: In den vergangenen Jahren habe das Theater keinen Kredit mehr benötigt, alle Rechnungen seien stets pünktlich bezahlt worden. „Wir können schon ein bisschen stolz sein, dass wir das geschafft haben“, attestiert der Wirtschaftsprüfer. Grundlage des Erfolgs seien Vertrauen und Transparenz, etwa auch durch Bilanzpressekonferenzen habe man verlorenes Vertrauen zurückgewonnen: „Das hat vielen die Sicherheit gegeben, dass sie etwas unterstützen, was kein Fass ohne Boden ist.“ Die Zahl der Sponsoren sei kontinuierlich gestiegen. Krämer selbst kennt die Zahlen bis ins Detail: „Man kann mich jederzeit anrufen, auch in der Nacht“, sagt er, er kenne die TiC-Finanzen im Schlaf.

Unverändert: Solide Finanzen sind Spagat
Rund 75 Prozent des Budgets erwirtschaftet das Theater selbst – durch Kartenverkauf und Gastronomie: „Das ist schon einmal klasse“, betont Krämer. Die restlichen 25 Prozent tragen Sponsoren, Förderverein und die Stadt. „Toll, dass wir sie haben“, sagt er, denn andernfalls müssten die Ticketpreise deutlich steigen. Denn: Trotz nahezu vollständiger Auslastung – rund 27.000 Besucher pro Jahr bei etwa 330 Vorstellungen – müsse an der Borner Straße jeder Euro umgedreht werden. „Wenn man sechs Wochen auf einen TiC-Besuch warten muss, könnte man glauben, die fahren das Geld mit der Schubkarre raus“, sagt Krämer. „Weit gefehlt.“ Ein kostendeckender Ticketpreis liege bei rund 30 Euro, schätzt er. Dass eine Karte dennoch für etwa 22 Euro angeboten werden könne – trotz steigender Kosten und Gebühren –, sei Sponsoren, TiC-Club und nicht zuletzt der erstklassigen künstlerischen Arbeit zu verdanken: „Das ist für ein freies Theater schon was“, sagt Krämer. Auch ein freundschaftliches Miteinander hätten den Erfolg möglich gemacht: „Darauf sind wir ziemlich stolz.“

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Borner Str.: Umbau als Meilenstein
Als weiteren Meilenstein benennt Krämer den Umbau des Stammhauses an der Borner Straße während der Corona-Zwangspause. Die Theaterleiter Budde und Hüfner sowie der damalige Fördervereinsvorsitzende Emde hätten die erzwungene Pause genutzt, um die Spielstätten zu schließen und alle Kräfte zu bündeln. Besonders hebt der Vorsitzende des TiC-Beirates auch das Engagement von Monika Owart hervor, die nicht nur auf der Bühne und im Förderverein aktiv ist, sondern als Architektin auch die Planung verantwortete. Das Ergebnis sei sicht- und spürbar: Viele Gäste kämen bereits eine Stunde vor Vorstellungsbeginn oder säßen danach im Theatercafé zusammen: „Die neue Aufenthaltsqualität macht einen Theaterbesuch rund“, bescheinigt Krämer, dass das Ambiente an der Borner Straße passt: Ein Schritt nach vorn in einer Zeit, in der andernorts Stillstand herrschte.

TiC-Beirat: „So geht Ehrenamt…“
Aus dem gelegentlichen Besucher ist ein treuer Premieren-Gast geworden. Sein Engagement für das TiC ist inzwischen das längste all seiner Ehrenämter – „und es ist mir ans Herz gewachsen“. Wie lange er noch weitermacht? Peter Krämer verweist auf die Regularien: „Der Beiratsvorsitzende behält seinen Vorsitz, bis ein neuer gewählt wird“, heißt es dort. Wenn man ihn lasse, sagt er, mache er gern weiter. Die Zusammenarbeit unter Gesellschaftern, Beirat, Theaterleitung und TiC-Club sei jedenfalls genau so, „wie man es sich wünscht, wenn man sich ehrenamtlich engagiert“…!