21.04.2026, 13.08 Uhr | Meinhard Koke | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Jahrestreff von BV Küllenhahn: OB Scherff ohne „Dorf-Brille“…!
Mit Oberbürgermeisterin Miriam Scherff (3.v.l.): der Vorstand des Bürgervereins Küllenhahn mit Ulrike Jung, Anja Merker, Patricia Knauf-Varnhorst, Michael Ludwig und Thomas Orth. Es fehlt Katrin Rietmüller. | Foto: Meinhard Koke
So voll wie bei einem „Promi“-Besuch in der Reihe „Portrait“ zeigte sich das Gemeindehaus Küllenhahn: Vorsitzender Michael Ludwig konnte sich über eine sehr gut besuchte Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Küllenhahn freuen. Womöglich waren auch deshalb die Reihen so gut gefüllt: Oberbürgermeisterin Miriam Scherff stellte sich an der Nesselbergstraße den Fragen von Ludwig und Stellvertreterin Patricia Knauf-Varnhorst. Nachdem der lockere „Talk“ der ersten Bürgerin der Stadt entlockt hatte, dass das Burgholz ein Lieblingsort von Scherff ist, ging es an ernstere Themen.
Mehrgenerationenpark derzeit auf Eis
Neben der Versorgung mit Kindergartenplätzen in Wuppertal und der städtischen Personalplanung sprachen Ludwig und Knauf-Varnhorst auch das Thema „Treffpunkte für Jugendliche“ an. Hier zeigte sich, dass Miriam Scherff seit November nicht mehr Cronenbergs Bezirksbürgermeisterin ist, sondern gesamtstädtisch denken muss: Fördergelder speziell für Cronenberg zu akquirieren, sei schwierig. Dazu sei die Lage im Stadtteil zu gut, ließ Scherff wissen. Den von ihr initiierte Mehrgenerationenpark behalte sie im Blick, versicherte Scherff. Durch die energetische Sanierung des Altenheims dort liege die Umgestaltung am Ehrenmal aber aktuell auf Eis. Im Anschluss aber werde das Areal zu einem generationsübergreifenden Ort umgestaltet – explizit auch für Kinder und Jugendliche.
Spielplatz-Seilbahn: „Besser die BV anfragen…“
Michael Ludwig sprach die vom Bürgerverein geplante Seilbahn für den Spielplatz Rhönstraße an. Da diese aus Baumschutzgründen nicht wie geplant realisiert werden kann, haben sich die Kosten auf rund 24.000 Euro erhöht. Kann die Stadt hier unterstützen? Auch hier gab’s von Scherff keine „Cronenberg-Geschenke“: Die Spielplatzplanung sei abgeschlossen. Gegen Ende des Jahres könne man prüfen, ob noch Mittel übrig seien – wohl eher nicht, zumal die Stadt bald unter Haushaltssicherung stehen wird. Scherff erinnerte an ihre Zeit als Cronenberger Bezirksbürgermeisterin und an frühere Spielplatzförderungen – auch für zwei Küllenhahner Projekte, die von der Bezirksvertretung aus GFG-Mitteln unterstützt wurden. Ihr Rat: Der Bürgerverein solle sich an die Bezirksvertretung wenden – „das ist der schnellere Weg“.
Großprojekt „4Fields“ auf Eis
Auch beim „Herzensprojekt“ von Michael Ludwig, der Umgestaltung der „Gummiplätze“ am Jung-Stilling-Weg zu einem multifunktionalen Areal „4Fields“ mit Kaltlufthalle, wurde deutlich: Auf dem OB-Sessel trägt Scherff keine „Cronenberg-Brille“. „Ich bin ja immer ehrlich“, leitete sie ihre Einschätzung ein. In Wuppertal gebe es zu wenig Sportflächen, besonders in Vohwinkel. Gleichzeitig stünden mehrere Schulneubauten an, jeweils mit Turnhallen. Zudem sei die „Sport-Milliarde“ von Bund und Land völlig überzeichnet: „Ich kann nicht versprechen, dass das zeitnah kommt.“ Frustriert erinnerte Ludwig daran, dass das Projekt fast auf dem Weg war: Der Rat hatte 2022 grünes Licht gegeben, 2024 sollte Baubeginn für das 1,8-Millionen-Euro-Projekt sein. Nach Wegfall des NRW-Investitionsprogramms landete „4Fields“ jedoch in der Schublade. Sein Vorschlag, das Projekt schrittweise umzusetzen und Eigenleistungen einzubringen („Wir haben hier auch Leute mit Baggern“), stieß auf verhaltene Reaktion: Scherff will nachhaken…
Führungspositionen der Stadt
Der Blick ging auch über den Ortsteil hinaus. Wie sie nach dem baldigen Ausscheiden von Matthias Nocke und dem mutmaßlichen Abgang von Kämmerer Thorsten Bunte zur Neubesetzung des Stadtdirektor-Posten stehe, wollte Patricia Knauf-Varnhorst wissen: „Warum fangen wir nicht mal an, die Posten nach Qualifikation zu besetzen?“ OB Scherff gab die Parole aus: „Ruhe bewahren!“ – ihr sei es egal, „welche Partei jeweils drauf steht…“ Man solle die Rolle des Stadtdirektors nicht überbewerten, er sei lediglich ihr Vertreter: „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen…“
Scherff-„Herzensprojekt Wuppertal“
Auf die Frage nach ihrem persönlichen Herzensprojekt antwortete Scherff: „Wuppertal.“ Ihr Ziel sei es, die Politik zu einen und den Bürgern zu vermitteln, dass sich in der Stadt etwas bewege: „Ich will Wuppertal nach vorne bringen – und dass wir alle glücklich werden“, sagte sie unter Applaus. Nach fünf Monaten im Amt zeigte sie sich motiviert: „Es macht wirklich Spaß.“ Ihre Arbeit entspreche ihren Erwartungen, und sie sei stressresistent: „Wenn es Spaß macht, ist es nur halb so stressig.“ Scherff formulierte die Gegenfrage: „Wie lange wollt ihr mich?“
Vertrauensvotum für Küllenhahn-Vorstand
Dass sie ihren Vorstand behalten wollen, hatte zuvor der offizielle Teil bewiesen: Vorsitzender Michael Ludwig und sein Team wurden einstimmig im Amt bestätigt. Trotz notwendiger Spenden – etwa für das Seilbahn-Projekt oder ein Nachbarschaftsgarten-Vorhaben an der Küllenhahner Straße – sind die Finanzen solide: „Wir kriegen sogar Zinsen“, berichtete Kassierer Thomas Orth. Für das 40. Jubiläums-Hoffest im August kündigte Ludwig an: „Das wird etwas Besonderes – lasst euch überraschen.“ Auch der 20. Küllenhahner Advent soll in festlicher Jubiläumsstimmung stattfinden – vielleicht sogar mit Schnee. Und auch fürs nächste Jahr hat sich der Verein schon ein Ziel gesetzt: Wenn der Bürgerverein 100 Jahre alt wird, soll die Mitgliederzahl von aktuell 568 auf 600 steigen.
Die nächsten Küllenhahn-Termine 2026
17. Mai: Spielplatzfest/Flohmarkt (11 Uhr), 03. Juli: Stammtisch (18 Uhr), 29. August: 40. Hoffest (15 Uhr), 11. September: 24h Live (19 Uhr), 27. September: 4. Trödel-Hahn (bis 17 Uhr), 2. Oktober: Stammtisch (18 Uhr), 28. November: 20. Küllenhahner Advent (15 Uhr), 23. Dezember: BV-Adventsfenster (19 Uhr). Mehr zum Bürgerverein online via bv-kuellenhahn.de.





