15.06.2026, 20.01 Uhr | Meinhard Koke | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Dr. Hubert Holzschneider: Ehrenbürgerbrief jetzt im CHBV-Archiv
Thomas Dierichs übergab den Ehrenbürgerbrief seines Ur-Ur-Großvaters Dr. Hubert Holzschneider an den CHBV-Ehrenvorsitzenden Rolf Tesche (l.). Rechts im CW-Bild ist Stefan Alker, der stellvertretende Vorsitzender des Vereins „Forums Zukunft“, mit dem Ehrenbürgerbrief von Albert Kemmann zu sehen, den der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein bereits bislang in seinem Archiv hütete. | Foto: Meinhard Koke
Das Archiv des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins (CHBV) platzt aus allen Nähten, aber dieses „Kleinod“ nahmen CHBV-Ehrenvorsitzender Rolf Tesche und Stefan Alker, stellvertretender Vorsitzender des „Forums Zukunft“, freudig an: Thomas Dierichs gab am 6. Juni den Ehrenbürgerbrief seines Ur-Ur-Großvaters Dr. Hubert Holzschneider in die Hände des Bürgervereins.
Engagierter Mediziner und Mitbegründer der CTG
Cronenberg war ab 1827 eine eigenständige Stadt, bis es im Jahr 1929 in der neugegründeten Stadt Wuppertal aufging. In den rund 100 Jahren Selbstständigkeit vergab die Cronenberger Stadtverordnetenversammlung fünf Ehrenbürgerwürden, eine davon am 11. August 1924 an Dr. Hubert Holzschneider – „in dankbarer Anerkennung seiner langjährigen erfolgreichen Tätigkeit für die Stadtgemeinde Cronenberg“, wie der kunstvolle Ehrenbürgerbrief beweist.
Holzschneider (1849–1928) war ein deutscher Arzt und Kommunalpolitiker. Von 1874 bis 1924 war er als niedergelassener Arzt und Sanitätsrat tätig. Daneben engagierte er sich als Armen- und Polizeiarzt, zudem war Holzschneider Mitglied der Ärztekammer der Rheinprovinz und Ehrenmitglied des Bergischen Ärztevereins. Im Jahr 1894 war er Mitbegründer der sogenannten „Sanitätskolonne“, des späteren Deutschen Roten Kreuzes Cronenberg. Zuvor war Hubert Holzschneider im Jahr 1880 Mitbegründer und Gründungsvorsitzender der Cronenberger Turngemeinde (CTG).
Jahrzehntelang Cronenberger Stadtverordneter
Politisch engagiert war der Mediziner von 1888 bis 1920 als Beigeordneter sowie ab 1889 als Stadtverordneter Cronenbergs. Hier wirkte Holzschneider in der städtischen Gesundheitskommission und dem Wohlfahrtsausschuss, überdies stand er von 1895 bis 1927 der Kammer Cronenberg des Gewerbegerichts Remscheid vor. Daneben war Holzschneider Mitglied des Kreistages des Kreises Mettmann.
Nach der Urkunde für Albert Kemmann ist die für Hubert Holzschneider der zweite Ehrenbürgerbrief, der nun im CHBV-Archiv gehütet wird. Zudem scheint der Ehrenbürgerbrief für Karl Greis erhalten. Daneben waren Otto von Bismarck und Henry Theodore von Böttinger Ehrenbürger der Stadt Cronenberg. „Ich freue mich so sehr, dass ich dafür einen Abnehmer gefunden habe“, sagte Nachfahr Thomas Dierichs, als er den kunstvoll in Düsseldorf gefertigten Brief im CHBV-Haus in der Hütte in die Hände des Bürgervereins übergab.
Blick vom Kirchturm als CHBV-Dank
Und auch der Bürgerverein hielt für den 63-jährigen Steuerberater, der im fränkischen Roth lebt, eine „Gabe“ bereit: Neben einem Cronenberg-Buch gab es auch eine Turmbesteigung der Reformierten Kirche – aus der Laterne der Dorper Zwiebelturmkirche konnte Thomas Dierichs auch einen Blick auf die Holzschneiderstraße werfen…
Dr. Hubert Holzschneider
Für sein Wirken wurde Dr. Hubert Holzschneider unter anderem mit der Rotes-Kreuz-Medaille 2. und 3. Klasse sowie der Ernennung zum Geheimen Sanitätsrat (1909) geehrt. Am 24. Juli 1924 beschloss die Cronenberger Stadtverordnetenversammlung seine Ernennung zum Ehrenbürger. Sieben Jahre nach seinem Tod, im Jahr 1935, wurde die damalige Bahnhofsstraße in Holzschneiderstraße umbenannt. Hubert Holzschneiders Grab liegt auf dem Friedhof Solinger Straße; im Jahr 1979 wurde es mit dem Grab des weiteren Ehrenbürgers Karl Greis zusammengelegt.





