23.06.2026, 17.04 Uhr | Meinhard Koke | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Keetmanshop-Cronenberg: So weit entfernt – und doch wie Familie!
Heidi und Siegfried Gröll (re.) mit Pfarrerin Jana Vallee (hi. mi.) sowie Gemeindepädagogin Julia Sebig (li.) und den beiden Gästinnen aus Namibia in Evangelisch-Cronenberg. | Foto: Meinhard Koke
Heidi und Siegfried Gröll beherbergten fast zwei Wochen zwei Gäste aus Namibia in der heimischen Kohlfurth. Die Kommunikation, so erzählt der 81-Jährige, funktionierte mit Händen und Füßen, hilfreiche Dienste leistete zudem eine Übersetzungs-App – und das offenbar erfolgreich: „Wir haben selten so viel gelacht wie zuletzt“, erzählt Siegfried Gröll. Wobei: Die beiden Gäste aus dem Kirchenkreis Keetmanshoop im südlichen Afrika hatten ein straffes Programm zu absolvieren, viel Zeit für persönliche Unterhaltungen blieb da nicht: „Wir bringen eigentlich nur hin und holen wieder ab …“
Schwebebahn, Dom, Brauhaus
Eine Schwebebahnfahrt oder auch ein Ausflug nach Köln waren aber schon möglich. Das Pech am Rhein: Eine Terminlücke für den Köln-Trip gab es nur an Fronleichnam. Zwei Stunden dauerte es, bis die Prozession vorbei war und die Kohlfurther Gastgeber mit ihren namibischen Gästen den Dom betreten konnten. Dass der Abstecher in die Domstadt anschließend in einem Brauhaus ausklang, schmeckte Martha Isaak offenbar: Schnitzel beziehungsweise Spießbraten stehen in der fernen Heimat schließlich eher selten auf der Speisekarte.
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9.000 Km entfernte Partner
Wie es Martha Isaak und ihre Mitreisende aus Keetmanshoop ausgerechnet in die Kohlfurth „verschlagen“ hatte? Die Kirchenkreise Wuppertal und Keetmanshoop verbindet seit 50 Jahren eine Partnerschaft. Anlässlich des Jubiläums besuchten sechs Delegierte den Partnerkreis im Bergischen. Nicht nur rund 9.000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen den Partnern, auch sonst sind die Unterschiede groß: In Namibia gibt es keine Kirchensteuer, dafür aber sind die Kirchen voll. Der zum 28.000-Einwohner-Städtchen Keetmanshoop gehörende Kirchenkreis erstreckt sich über weitläufige 520 Quadratkilometer, Gemeinden liegen bis zu 300 Kilometer voneinander entfernt – zum Vergleich: Wuppertal ist nur 168,4 Quadratkilometer groß.
Straffes Besuchsprogramm
Empfänge bei den Superintendenten, Besuche der CityKirche, der Friedhofskirche, des Café Prio der Stadtmission sowie des ökumenischen Bildungszentrums „Krawatte“ und zum Abschluss die Teilnahme an der Synode – die Namibia-Gäste tauchten intensiv in den „kleinen“ Partnerkirchenkreis Wuppertal ein. Für Martha Isaak war das kein völliges Neuland: Als Mitglied der Gemeinde in Lüderitz, mit der Evangelisch-Cronenberg eine Partnerschaft verbindet, war sie bereits einmal im Dorf zu Gast.
Cronenberg-Vorzüge: Familie, Grün & Regen
Sie freue sich, zurück zu sein, sagte die 56-Jährige, als sie beim Frauenkreis im Zentrum Emmaus zu Gast war. Der Aufenthalt sei sehr informativ, man lerne viel, die Menschen seien ausgesprochen warmherzig und freundlich: „Es fühlt sich wie zu Hause an“, befand Martha. Damit machte sie auch ihren Gastgebern Heidi und Siegfried Gröll ein Kompliment: Wie in einer Familie sei es bei den Kohlfurthern gewesen. Was beeindruckte sie an Cronenberg beziehungsweise Wuppertal? Das viele Grün, sagte Martha. Das würde sie gerne mit nach Namibia nehmen – und den Regen gleich mit. Des einen Freud, des anderen Leid: Vom Bergischen Regen bekam Martha mehr „geschenkt“, als manchem hier recht war – auch so geht gelebte Partnerschaft…!
Spenden für Dorper Partnergemeinde in Lüderitz
Martha Isaak engagiert sich in der Gemeinde Lüderitz des Kirchenkreises Keetmanshoop für einen Kindergarten sowie für eine Suppenküche für ältere, bedürftige Menschen. Hierfür bittet die Vohwinkelerin Renate Mönninghoff, die seit Jahrzehnten regelmäßig nach Namibia reist und die Gemeinde Lüderitz unterstützt, um Spenden. Für ein Spielgerät oder auch eine Alarmanlage zur Sicherung des Kindergartens, in den immer wieder eingebrochen wurde, werden finanzielle Mittel benötigt. Spenden für die beiden Einrichtungen in der Cronenberger Partnergemeinde sind auf das Konto des Kirchenkreises Wuppertal mit der IBAN DE72 3305 0000 0000 2946 37 bei der Stadtsparkasse Wuppertal willkommen. Wichtig: Den Verwendungszweck: 35930000 Namibia Kindergarten Lüderitz vermerken! Vielleicht kann sich Martha Isaak nach Grün und Regen in Cronenberg so auch über finanzielle Unterstützung aus dem Dorf freuen…?!





