13.08.2026, 13.34 Uhr | Meinhard Koke | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Eule statt Einbrecher: „Kauziger“ Nacht-Besucher beim Stoßlüften
Martina Mülheim zeigt deinen Handy-Schnappschuss, den sie von ihrem nächtlichen Besucher gemacht hatte… | Foto: Meinhard Koke
In den letzten Hitze-Wochen war es umgekehrt: Tagsüber blieben die Rollläden unten, in der Nacht gingen sie hoch und die Fenster auf – in der Hoffnung, dass ein kühler Luftzug die heimischen Räume etwas abkühlen und den Schlaf erträglicher machen würde. So hielt es auch Martina Mülheim, in einer der tropischen Cronenberg-Nächte wurde sie aber durch „ungebetenen“ Besuch aus dem Schlaf geschreckt.
Zum Glück war es kein Fall für die Polizei: Als sie nachts ein Kratzen hörte und nach dem Rechten schaute, ertappte sie keinen Einbrecher – auf einem Schrank entdeckte sie vielmehr eine Eule. Die Berghauserin machte alles richtig: Sie ließ das Licht aus und verhielt sich ruhig, sodass der mutmaßliche Waldkauz nicht in Panik geriet. Über den Kronleuchter flog der tierische Gast auf die Fensterbank und entschwand schließlich wieder in die Cronenberger Nacht…
Auch wenn Eulen früher als Todesboten galten und ihr Ruf „Kuwitt“ als „Komm mit“ gedeutet wurde, hat Martina Mülheim ihren nächtlichen Besucher ins Herz geschlossen: „Der war ganz lieb – jetzt warte ich darauf, dass er wiederkommt…“ Schon ab morgen könnte sich für den „kauzigen“ Gast wieder die Gelegenheit ergeben: Nachdem die Temperaturen heute so stark zurückgehen sollen, dass Martina Mülheim ihre Fenster nachts geschlossen halten kann, soll es ab morgen wieder in Richtung 30 Grad gehen – und damit werden dann für den „Nachtschwärmer“ wieder die Rollläden hochgezogen. Übrigens: Zum Brüten bevorzugt er Laub- und Mischwaldbestände – beste Bedingungen also in Cronenberg auch bei geschlossenen Fenstern…!
Der Waldkauz
Der Waldkauz gehört zur Familie der „Eigentlichen Eulen“. Seine Augen sind, wie bei allen anderen Eulenarten auch, unbeweglich. Dennoch haben die Tiere ein weites Blickfeld, da sie ihren Kopf um bis zu 270 Grad drehen können. Möglich machen das 14 Halswirbel, also doppelt so viele wie der Mensch hat. Der Waldkauz gilt momentan als nicht gefährdet.





