08.09.2026, 19.15 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Kameras auf „Platz für Alle“: CHBV geht auf anonyme Kritiker zu

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Norbert Priske zeigt ein Bild des anonymen Protestzettels. An dem Mast im Rücken des CHBV-Vize ist oben eine der Platz-Kameras zu sehen – heruntergedrückt…. | Foto: Meinhard Koke

„Wir würden uns freuen, wenn man mit uns in den Dialog eintreten würde“, unterstreicht Norbert Priske, dass der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein (CHBV) das Gespräch sucht und für Anregungen dankbar ist: „Wir möchten gemeinsam schauen, wo Kompromisse zu finden sind…“ Hintergrund des Appells des zweiten Vorsitzenden des Bürgervereins sind anonyme Zettel, die am Kirchencafé gegenüber der Reformierten Kirche aufgehängt wurden. „Keine Kameraüberwachung von Besuchern der Kirche, des TiC und der Stadtbibi“ steht darauf zu lesen, verbunden mit dem Aufruf: „Bürger wehrt euch.“

Bürgerverein kein „Big Brother“
Die Aushänge des/der Unbekannten beziehen sich auf zwei Kameras, die im Bereich des „Platzes für Alle“ an der Solinger Straße 2 installiert sind: Die eine Kamera erfasst den Bereich in Richtung der Obstwiese unterhalb des Dorf-Platzes, die andere auf der gegenüberliegenden Seite kontrolliert den Platz in Richtung Hütte. Wobei: Am Dienstag dürfte kaum etwas auf den Aufnahmen zu sehen gewesen sein – beide Kameras waren Richtung Boden heruntergedrückt, nicht zum ersten Mal…

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Kameras gegen Vandalismus
Norbert Priske stellt klar, dass der Bürgerverein kein „Big Brother“ sein möchte, der das Leben auf dem „Platz für Alle“ überwachen und kontrollieren will, wer in die Kirche, ins TiC oder in die Stadtbibliothek geht. Die Kameras wurden vielmehr installiert, um den mit Fördergeldern und viel Bürgervereinseinsatz umgestalteten und von der evangelischen Gemeinde gepachteten Kirchplatz vor Vandalismus zu bewahren. Schmierereien und Müll hat es schon gegeben, die CW berichtete etwa von achtlos weggeworfenen Lachgas-Behältnissen, erst jüngst wurde die Box mit den Schachfiguren an der Kirchenseite aufgebrochen – nur solchen Missständen wolle man vorbeugen beziehungsweise ihren Verursachern auf die Schliche kommen.

Lokale Kurz-Speicherung
Nicht weniger, aber vor allem nicht mehr: Die Aufnahmen seien auf einem lokalen Server ohne Internetverbindung gespeichert, nur eine einzige Person habe Zugriff darauf, nach 48 Stunden würden sie automatisch wieder gelöscht, erläutert CHBV-Vize Priske – der Bürgerverein sei alles andere als „ein Großer Bruder“. Insofern sei auch bereits der Kirchenzugang verpixelt worden, der Eingangsbereich zum Kulturzentrum Borner Schule werde folgen. Auch, so Norbert Priske weiter, seien Hinweisschilder zu den Kameras in Arbeit.

CHBV-Hoffnung auf Dialog
Darüber hinaus hoffen Bürgerverein und Gemeinde auf Gesprächsbereitschaft: „Wir verstehen euch“, lautet die Botschaft, mit welcher der CHBV appelliert, per E-Mail an info @ chbv.de das Dialogangebot anzunehmen. Mehr zu dem Dorper Bürgerverein via Internet unter: chbv.de.