20.04.2016, 11.56 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Vor dem Umbau: Gottesdienst mit Wehmut in der Friedenskirche

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Pfarrer Ulrich Weidner hält am kommenden Sonntag den vorerst letzten Gottesdienst in der Hahnerberger Friedenskirche.

Als er letztmals vor dem Umbau zum Gemeindezentrum auf der Kanzel der Emmaus-Kirche stand, da hatten nicht nur viele der Gottesdienstbesucher ein wehmütiges Gefühl, sondern auch er, bekennt Ulrich Weidner. Am kommenden Sonntag, 24. April 2016, wird den Pfarrer der Evangelischen Gemeinde Cronenberg wohl wieder ein solch wehmütiges Gefühl beschleichen: Ulrich Weidner wird den (voerst) letzten Gottesdienst in der Friedenskirche halten.

Wie die CW berichtete, wird die evangelische Kirche an der Hahnerberger Straße umgebaut: Mit dem Beginn des Kindergartenjahres 2017/18 soll die Diakonie mit einer Kindertagesstätte in der Friedenskirche einziehen. Der evangelische Kindergarten vom Mastweg wird dazu an die Hahnerberger Straße verlegt und um eine auf dann drei Gruppen aufgestockt. Diese sollen auch Plätze für eine Betreuung von U3-Kindern sowie von behinderten Kindern bieten.

Die Kosten allein für den Umbau zum Kindergarten belaufen sich nach Angaben von Winfried Straube auf rund 1,5 Millionen Euro. Im bisherigen Kichsaal wird nach Angaben des Finanzkirchmeisters der Gemeinde ein Gemeinschaftsraum eingerichtet, von den bisher zwei Wohnungen an der Hahnerberger Straße 221 bleibt eine erhalten. Apropos: Wie Pfarrer Ulrich Weidner betont, wird die evangelische Kirche nicht entwidmet.

Gottesdienststätte soll im Untergeschoss erhalten bleiben

Die Diakonie zieht mit ihrer Kindertagesstätte lediglich als Mieter ein, im Untergeschoss der Friedenskirche soll ein Raum für bis zu 40 Personen als Gottesdienststätte eingerichtet werden. Wie zuvor sollen auch nach dem Umbau hier einmal im Monat Gottesdienste abgehalten werden, zudem könnten die Räumlichkeiten als Treff für Gruppen dienen. Das mildert das „wehmütige Bauchgefühl“ von Ulrich Weidner, der immerhin 31 Jahre lang in dem 1974 errichteten schlichten Schieferbau Gottesdienste hielt.

Der Dörper Pfarrer unterstreicht, dass nach seiner festen theologischen Überzeugung Gemeinde nicht an einen festen Ort gebunden sei. Dennoch: „Ich verstehe, dass viele ein wehmütiges Gefühl haben“, sagt Ulrich Weidner – „ich auch“. Insofern wird der letzte Gottesdienstes vor dem Umbau-Beginn auf jeden Fall ein besonderer sein. Zumal Pfarrer Weidner einen Rückblick auf die 42 Jahre Friedenskirche, die Gottesdienste zuvor in dem dortigen bergischen Schieferhaus und der transportablen Holzkirche danach werfen möchte.

Auch ehemalige Pfarrerin kommt zum besonderen Gottesdienst

Hierzu hat sich Ulrich Weidner, neben Kantor Martin Ribbe und dem neuen Chor Cronenberg, einige Friedenskirche-Zeitzeugen eingeladen. So wird mit Simone Enthöfer auch die Landesjugendpfarrerin der Evangelischen Kirche im Rheinland kommen – als sie noch Simone Mechels hieß, war sie die Pfarrerin an der Friedenskirche. Im Anschluss an den Gottesdienst besteht die Möglichkeit, die 42 Jahre Friedenskirche im Kirchen-Café in persönlichen Gesprächen Revue passieren zu lassen.

 

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