25.07.2016, 20.36 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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„Hier tanke ich auf“: Gelaufen und gewandert fürs Kinderhospiz

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Die Teilnehmer der Sponsorenwanderung bei der Zwischenstation auf dem Lebenshilfe-Sommerfest. -Foto: Marcus Müller

Erst als Vorsitzender Michael Ludwig und seine Mitstreiter vom Bürgerverein Küllenhahn am Kinderhospiz Burgholz den Pavillon abbauten, an dem es zuvor kühle Getränke und heiße Würstchen gegeben hatte, fing es an zu regnen: Petrus hatte bis dahin seine schützende Hand über die rund 50 Teilnehmer gehalten, die am 2. Juli 2016 für das Kinderhospiz Burgholz wanderten und liefen. Wie mehrfach berichtet, veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft „Die Cronenberger!“ aus den vier Dörper Bürgervereinen die dritte bewegte Sponsoren-Aktion für das Hospiz an der Kaisereiche.

Als „Zugpferd“ mit dabei: Günter Wallraff. Der Enthüllungsjournalist („Wallraff deckt auf“) bewältigte gemeinsam mit rund 30 Wanderern die rund 11 Kilometer von Sudberg zur Kaisereiche. Unter der Führung von Thomas Graap und Rolf Tesche (CHBV) ging es dabei hoch und runter, über Stock und Stein, entlang von steilen Bachtälern und über Wiesen mit tollem Weitblick – ob Kinderhospiz-Geschäftsführerin Kerstin Wülfing, Bürgermeisterin Ulla Abé oder Sally Stursberg, die Initiatorin der bewegten Aktion fürs Hospiz vom Bürgerverein „Sudbürger“ – alle Wanderer kamen an der Kaisereiche an. Dafür sorgten nicht zuletzt auch Zwischenstationen an der Friedenseiche und auf dem Lebenshilfe-Sommerfest, wo Helfer des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins beziehungsweise des Bürgervereins Hahnerberg-Cronenfeld die Wanderer mit Getränken und Obst stärkten.

Auch ohne Wallraff: „Sponsorenlauf war super…“

Mit Jürgen Zilian von der LG Wuppertal an der Spitze absolvierten derweil rund 20 Teilnehmer einen 11-Kilometer-Lauf. Eigentlich hatte der passionierte Marathonläufer Wallraff hier mitrennen wollen. Weil er nicht „in Form“ sei, aber vor allem weil er mit den Teilnehmern der Benefizaktion ins Gespräch kommen wollte, entschied sich der prominente Hospiz-Botschafter dann doch für die Wanderung. Dem erstmaligen Lauf tat das keinen Abbruch: „Es war super“, befand Jürgen Zilian im Anschluss vor dem Kinderhospiz: „Das war richtig locker.“

„Familiäre Atmosphäre“: Weniger war mehr…

Bei Grillwürstchen und Wasser oder Bier – alkoholfreiem, natürlich – waren am Ziel an der Kaisereiche alle einig: Ob laufend oder wandernd, die dritte Auflage der bewegten Hilfsaktion hatte viel Spaß gemacht. „Auch wenn wir uns zunächst etwas mehr Teilnehmer gewünscht hätten, muss ich im Nachhinein doch sagen, dass es eine kleine, aber feine Veranstaltung war“, zeigte sich Co-Organisatorin Sabine Böttcher vollauf zu-
frieden: „Die Teilnehmer waren wohl vor allem auch deshalb so begeistert, weil es eine sehr familiäre Atmosphäre war.“

Angesteckt davon zeigte sich auch Günter Wallraff: Der Promi-Wanderer lobte das ökumenische Kinderhospiz als einen Leuchtturm und die Cronenberger Initiative als vorbildlich. Er gehe nicht auf Partys, verriet Wallraff der CW, „das hier, das sind authentische Menschen, da lerne ich auch was“. Die Cronenberger Benefizaktion sei ein Beispiel im Kleinen dafür, was die Gesellschaft weiterentwickelt: „Sowas imponiert mir und das tankt mich auch wieder auf.“

Viele Feste parallel: Bessere Abstimmung erwünscht

Kein Wunder also, dass Günter Wallraff zusagte, in zwei Jahren gerne wieder dabei zu sein; keine Frage also, dass sich Sally Stursberg und Mitorganisatorin Sabine Böttcher eine vierte Ausgabe vorstellen können. Zumal die Bethe-Stiftung alle Spenden verdoppelt, dürfte ein schöner Erlös für das Kinderhospiz aber hoffentlich der erfreuliche Haupteffekt des Tages werden. Falls es aber eine vierte Auflage geben sollte, wäre den Organisatoren zu wünschen, dass ihre Benefizaktion nicht wieder mit zahlreichen Festen konkurrieren müsste…

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