Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

18.08.2017, 10.43 Uhr   |   Oliver Grundhoff   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Reinhold Spielberger: 9.002 Rad-Kilometer für den guten Zweck

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Knapp 125 Tage war Reinhold Spielberger im Sattel für das Kinder- und Jugendhospiz auf Küllenhahn unterwegs. -Foto: Meinhard Koke

Seit dem 7. August 2017 ist er wieder da. Am 1. April dieses Jahres war Reinhold Spielberger zu seiner Fahrradtour gen Südeuropa aufgebrochen (die CW berichtete mehrfach). Am Ende standen 9.002 Kilometer auf seinem Tacho. Vier Monate lang führte seine Reise  den Berghauser über Belgien, Frankreich und Nordspanien nach Portugal, bis zum südwestlichsten Punkt von Europa – die CW berichtete von den einzelnen Etappen. Von da aus ging es entlang der spanischen Küste und Südfrankreich nach Italien, Kroatien, Ungarn und die Slowakei. Über Österreich führte Spielberger dann sein Weg wieder zurück gen Heimat.

Unterwegs absolvierte der Ultra-Fahrradfahrer auch den „Camino del Norte“ und holte sich in Santiago de Compostela seine Jakobsweg-Urkunde ab. Dabei übernachtete der 67-Jährige des Öfteren in den typischen Pilgerherbergen, wo Unterkünfte mit 30 schnarchenden Geschlechtsgenossen keine Seltenheit waren. Aber bei fünf Euro pro Übernachtung inklusive Frühstück nahm er das gerne in Kauf. Ansonsten steuerte Spielberger Pensionen oder Campingplätze an. Knapp 30 Kilogramm Gepäck hatte er auf fünf Packtaschen verteilt auf seinem Tourenrad untergebracht, darunter auch ein Zelt, Schlafsack und Campingkocher. Sein wichtigster Begleiter, das Handy und Navi, wurde unterwegs dank Dynamo immer wieder frisch geladen.

Bedrückend: Gewächshaus-Landschaften und Begegnungen mit Geflüchteten

Seine schönsten Erlebnisse? Ganz klar die Kontakte zu den Menschen, die er unterwegs kennenlernte. Die vielen interessanten Geschichten und Begebenheiten unterwegs hat er allesamt in seinem Tagebuch aufgeschrieben. Auszüge daraus findet man auch in seinem Blog unter www.spielis-reisen.de. So auch die spontane Spendenbegeisterung bei vielen, denen er von dem guten Zweck seiner  Reise erzählte. Für jeden gefahrenen Kilometer sammelte er Spenden für das Kinder- und Jugendhospiz auf Küllenhahn.

Neben schönen Erlebnissen und traumhaften Landschaften, die seinen Weg säumten, tauchen natürlich auch einige weniger schöne Erinnerungen in seinem Blog auf, die ihn dazu bewegen, etwas in seinem Leben zu ändern. So die kilometerlangen Gewächshäuser in Spanien, wo unter massivem Einsatz von Pestiziden Tomaten gezüchtet werden, damit wir sie hier ganzjährig kaufen können. Oder etwa der Kontakt zu afrikanischen Flüchtlingen, der Spielberger eine ganz andere Perspektive auf die Flüchtlingsfrage eröffnete.

Erschwerend: Nur eine Panne, aber Hitzewelle in Spanien und Italien

Auf die Frage nach technischen Pannen muss er grinsen: „ Ja, die gab’s, bereits nach 32 Kilometern hatte ich den ersten Platten und musste im strömenden Regen den Schlauch wechseln.“ Doch von da an hatte er „Madonna del Ghisallo“, die Schutzpatronin der Fahrradfahrer, auf seiner Seite. Unterwegs steuerte der Berghauser dennoch vorsichtshalber alle 1.500 Kilometer eine Fahrradwerkstatt an und ließ Kette oder Ritzel warten. Etwa fünf bis acht Stunden saß er täglich im Sattel und absolvierte dabei Tagesetappen bis zu 150 Kilometer. Teilweise bei Temperaturen, die jenseits der 40 Grad Mark lagen, denn die Hitzewelle in Südeuropa traf auch ihn und zwang ihn des Öfteren dazu, Erfrischungspausen in klimatisierten Läden einzulegen.

Morgens gab es immer Müsli mit Joghurt, mittags ein Sandwich und abends wurden dann ordentlich Kalorien „gespachtelt“. Dennoch hat Reinhold Spielberger über zehn Kilogramm auf seiner Reise durch Südeuropa abgenommen. „Jetzt bin ich fit. Ich müsste nur eben die Wäsche machen und dann könnte ich morgen gleich wieder aufbrechen“, erklärt der 67-Jährige. Aber da hat Gattin Susanne gleich ein Veto eingelegt: „Zumindest den Garten musst du vorher noch in Ordnung bringen.“

Vorhaben: Nächstes Jahr durch Südamerika?

Nachdem er nun mit der dritten Tour (Nordcap 2016, Balkan 2015) seine Vorstellung von Europa einmal umrundet hat, hat Reinhold Spielberger schon eine Idee, was folgen könnte. Im kommenden Jahr wird es wohl nach Südamerika gehen. Guter Zweck? Mögliche Sponsoren dürfen sich gerne unter hospizspende@spielis-reisen.de melden. Mehr Infos auch online unter spielis-reisen.de.