Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

17.10.2017, 16.47 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Buß schließt: Das Aus für 100 Jahre Dörper Kaufhaus-Tradition

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Noch optimistisch: Inhaber Heinz Buß im Frühjahr vor seinem Cronenberger Kaufhaus. -Foto: Meinhard Koke

„Wenn sich die Vorstellungen von Heinz Buß realisieren, dann werden Schnäppchenjäger leer ausgehen“, hieß es im Frühjahr im CW-Bericht zur Zukunft des Kaufhauses Buß. Inhaber Heinz Buß vermeldete da zwar, dass er zum Jahresende in Ruhestand gehen wolle.

Gleichzeitig unterstrich der 69-Jährige aber seine Zuversicht, dass in dem Traditionskaufhaus an der Hauptstraße 25-27 deswegen nicht die Lichter ausgehen würden – es werde sich im Laufe des Jahres schon ein Käufer finden, zeigte sich Heinz Buß optimistisch, schließlich: „Die Bilanz ist ganz ordentlich.“ Diese Hoffnung war offensichtlich zu optimistisch: Heinz Buß konnte keinen Nachfolger gewinnen, sein Cronenberger Kaufhaus schließt nun zum 31. Dezember seine Pforten.

Bald 100 Jahre, nachdem Karl Krumm in den 1920er Jahren das damalige Lebensmittel- und Haushaltswarengeschäft Abraham Gersteuer übernahm, das Tochter Ilse und Ehemann Eduard Grulke später der Warenhaus-Genossenschaft Kaufring anschlossen, verliert die Ortsmitte ihr einziges Kaufhaus. Das ist nicht nur ein neuerliches Ende einer Dörper Einzelhandels-Tradition, das ist auch ein weiterer herber Schlag für den Einkaufsstandort Cronenberg.

Interessenten habe es gegeben, berichtet Heinz Buß gegenüber der CW, „alle Gespräche haben aber nicht gefruchtet“. Woran das liegt, kann sich Buß genau nicht erklären, aber: „Die Zukunftsprognosen für den Einzelhandel stehen schlecht – das ist so.“  Nicht schlecht ist das Aus des Kaufhauses Buß indes für Schnäppchenjäger: Beim Räumungsverkauf an der Hauptstraße 25-27 winken ab sofort Rabatte von 20 Prozent – und zwar „auf alles“, sogar auf bereits reduzierte Ware…