Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

28.11.2017, 19.46 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

2. Restaurant Day im Dorf: Etwas weniger war diesmal mehr…

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Die Organisatoren Stephan Schaller (li.) und Jenny Cox (re.) von der Initiative „Nachhaltig in Cronenberg“ (NiC) mit den Teilnehmern des 2. Dörper Restaurant Days. -Foto: Meinhard Koke

Einige der Pioniere setzten diesmal aus, andere kamen dafür neu hinzu und machten erstmals ihre heimischen vier Wände zum Privat-Restaurant – nach dem Erstling im Frühsommer (die CW berichtete) war auch die Zweitauflage des „Restaurant Day“ in Cronenberg ein Erfolg. Wieder organisiert von der Initiative „Nachhaltig in Cronenberg“ (NiC) öffneten sich am 18. November 2017 die Haustüren zu zwölf Pop-up-Restaurants im Dorf.

Vom Vormittag bis in den späten Abend hinein und vom Sudberg bis zum Schulweg am Hahnerberg konnten die „Kulinaria-Touristen“ fast quer durch Cronenberg auf eine Schlemmer-Tour gehen – und wessen Hunger beziehungsweise Neugierde dann noch immer nicht gestillt war, der konnte weiter ins Tal zum Arrenberg, wo der „Restaurant Day“ bereits zum achten Mal stattfand. Kulinarisch war die Talfahrt nicht notwendig: Ob hausgemachte Torten, Tapas oder Zwiebelkuchen, ob Grünkohl mit Pinkel, schottische Vorspeise oder deutscher Nachtisch, ob vegetarische Suppen oder „Soulfood“ und englischen Kaffeetafel – die Karte des zweiten Dörper „Restaurant Days“ war alles andere als eintönig und bot für wohl jeden Geschmack etwas.

Debütanten I: Zunächst „hop“, aber dann doch „top“ war es im Privat-Restaurant der Familie Wagner. -Foto: Juri Lietz

Debütanten I: Zunächst „hop“, aber dann doch „top“ war es im Privat-Restaurant der Familie Wagner. -Foto: Juri Lietz

Zu den „Neulingen“ zählte die Familie Wagner: In der Ringstraße wurden typisch irische und schottische Gerichte serviert, wie etwa Haggis, der berühmt-berüchtigte gefüllte Schafsmagen. Auch Whiskey durfte da natürlich nicht fehlen, er kam im „Irish Coffee“ sowie in kleinen Pralinen zum Einsatz. Zunächst war die Schar der Gäste überschaubar und sie „wollten schon dazu übergehen, Trost im ,Irish Coffee’ zu suchen – zur Not auch ohne Kaffee“, scherzte Oliver Wagner. Doch dann nahm das Wagner-Restaurant Fahrt auf: „Am Ende war die Hütte voll und Stühle wurden knapp“, freuten sich Betty und Oliver Wagner über 20 nette Gäste und rund 100 Euro Spenden für die „NaturFreunde“.

Zu den „Debütanten“ zählten auch Manuela und Claus Geisler: Im Schulweg konnten die Gäste bei Tapas, Sherry und Rotwein einen entspannten Abend verleben und feststellen, wie klein die (Cronenberger) Welt doch ist – jedenfalls stellten sich, so berichtete Familie Geisler, bei den Gesprächen ungeahnte Bekanntschaften heraus, und es wurde bis in den Abend gequatscht und gelacht – und natürlich gegessen.

Debütanten II: Bei Familie Geisler waren Tapas, Sherry & Rotwein Trumpf, während… -Foto: Juri Lietz

Debütanten II: Bei Familie Geisler waren Tapas, Sherry & Rotwein Trumpf, während… -Foto: Juri Lietz

„Schade, dass man nicht gleichzeitig Gastgeber sein und ausführlich bei vielen anderen vorbeischauen kann“, fanden die Hahnerberger am Ende: „Ein tolles Erlebnis“, das mit 200 Euro Spenden für den „Freundeskreis Espace Masolo“ gekrönt wurde. Ebenfalls das erste Mal mit von der „Restaurant Day“-Partie war Familie Jentzen an der Kuchhauser Höhe. Vor 20 Jahren von Hamburg nach Cronenberg gekommen, nutzten die Hanseaten den Tag für kulinarische Entwicklungshilfe in Sachen norddeutscher Küche.

Die Spezialität Labskaus kam in Kuchhausen auf den Tisch – und zwar für Anfänger und Fortgeschrittene. Zwiebeln, süße Gurke, rote Beete, Corned Beef und Kartoffeln durcheinander, dazu Rollmops und Spiegelei – das ist Labskaus, und das gab es im Hause Jentzen zum Probieren. Die exotische Speise kam an: 17 Liter Labskaus und 60 Spiegeleier sowie 8 Liter Holunderbeersuppe mit 39 Grießklöschen als süßer Abschluss gingen bei Lars und Karen Jentzen sowie ihren Kindern Jonas und Svenja über „die Theke“.

… Familie Jentzen dafür sorgte, dass die Dörper auf den Labskaus-Geschmack kamen. -Foto: Matthias Müller

… Familie Jentzen dafür sorgte, dass die Dörper auf den Labskaus-Geschmack kamen. -Foto: Matthias Müller

„Besonders haben wir uns über so viele – vor allem Cronenberger – gefreut, die neugierig auf etwas Fremdes waren und uns die Freude bereiten haben, ein Stück altes Zuhause mit uns zu teilen“, zeigten sich die Kuchhauser begeistert: „Um 21 Uhr war unser größtes Chaos beseitigt und da für uns selbst nichts zu essen übrig geblieben war, fuhren wir zum nächsten ,Restaurant’ und genossen ,Exit vom Brexit‘ mit tollen Musikbeiträgen und leckerem Essen.“

Unter der Überschrift „It’s Tea Time!“ baten Linda Cox und Susanne Conrad im Erdgeschoss zum „Afternoon Tea a la British“, während in der ersten Etage des Hauses in der Straße Zum Tal Tochter Jennifer und Ehemann Markus Cox am Abend zu Zwiebelkuchen-Varianten einluden. Die Mitorgansatorin des „Restaurant Days“ hatte zwar weniger Gäste als bei der Premiere im Frühsommer, das Positive daran: „So konnte man sich ganz entspannt um die Gäste kümmern und mit ihnen ins Gespräch kommen“, freute sich Jenni Cox auch über 115 Euro, die fürs Kinderhospiz Burgholz zusammenkamen.

Jenni Cox (re.) lud zu Zwiebelkuchen, während es bei Mutter Linda Cox „It’s Tea Time“ hieß. -Foto: Matthias Müller

Jenni Cox (re.) lud zu Zwiebelkuchen, während es bei Mutter Linda Cox „It’s Tea Time“ hieß. -Foto: Matthias Müller

Ganz ähnlich die Resumees der weiteren Ein-Tages-Restaurantchefs: Hier blieb zwar Zwiebelkuchen über und dort Kürbissuppe, überall aber gab es nette Begegnungen, tolle Gespräche und kurzweilige Stunden. Ob für Gastgeber, Gäste oder Einrichtungen, die Spenden erhalten, und für den Zusammenhalt und die Geselligkeit in Cronenberg: „Das 2. Mal in Cronenberg war rundum wieder eine Erfolgs- und Glücksgeschichte!“, fasste Jenni Cox den Kulinaria-Tag zusammen: „Das dritte Mal kann also kommen.“ Und das wird am 19. Mai 2018 sein…