Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

02.02.2018, 14.01 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Talfahrt 2017“: Kabarettistische Höhenflüge im Knipex-Forum

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„Doktern“ gekonnt am „Patienten Wuppertal“ herum: Ulrich Rasch, Jens Neutag und Jürgen H. Scheugenpflug (v.l.) stellten bei ihren zwei ausverkauften Auftritten im „Forum“ der Firma Knipex das vergangene Wuppertal-Jahr nach allen Regeln der Kabarett-Kunst auf den Kopf… -Foto: Meinhard Koke

Großrazzia im Baugewerbe, „Die Mauer muss weg“-Proteste oder auch der Wogen schlagende Abgang zweier Top-Steuerfahnder – Wuppertal sorgt auch in den ersten Wochen 2018 beständig für (Negativ-)Schlagzeilen. Und bekräftigt damit die überregionale Wahrnehmung als eine Stadt, in der es – gelinde gesagt – nicht so ganz rund zu laufen scheint.

Ob sich Wuppertal da signifikant von anderen Städten unterscheidet, wäre die Frage. Keine Frage ist indes: Das „Jammertal“ bietet viel Stoff für Spaß – Jens Neutag, Ulrich Rasch und Jürgen H. Scheugenpflug stellten jedenfalls unter Beweis, dass Wuppertal für Kabarettisten geradezu ein gefundenes Fressen ist. Im Rahmen ihres alljährlichen Satire-Rückblicks „Talfahrt“ zog das Trio zum bereits neunten Mal eine kabarettistische Bilanz des Wuppertal-Vorjahres – gemixt und geschüttelt mit einem Schuss Bundespolitik sowie musikalischen Intermezzi gestalten die „Talfahrer“ zweieinhalb Stunden unterhaltsamster „Heimatpflege“.

GWG ist „bergische Version von Boris Becker…“

Zwei Abende machte die „Talfahrt“ Anfang der Woche im ausverkauftem „Forum“ der Firma Knipex Station, quartalsweise arbeiteten sich Neutag, „Scheuge“ & Rasch dabei durch die Schlagzeilen 2017. Von Vohwinkel bis Oberbarmen, vom Rottsiepen bis zum „Hühner-Baron“ Hennenberg auf der Nordhöhe ging’s quer durch die Stadt – dabei wieder im besonderen Fokus des Trios: Über Oberbarmen und seiner Bezirksbürgermeisterin Christel Simon gossen die Heimatpfleger kübelweise Hohn und Spott aus.

CDU-Bundestagsabgeordneter Jürgen Hardt avancierte derweil zum „Teppichluder“, Baudezernet Frank Meyer (SPD) durfte sich in der Fahrrad-Rikscha abstrampeln, Kämmerer Johannes Slawig wurde zum „kleinen Eintreiberlein“ und die GWG zur „bergischen Version von Boris Becker“. Geradezu „knüppeldicke“ kam’s für CDU-Chef Rainer Spiecker. Dazu lehnten sich die Talfahrer allerdings bequem zurück: Sie ließen lediglich eine Sequenz aus Spieckers WDR-Wahlscheck-Video zur Bundestagswahl über die Leinwand im Knipex-Forum flimmern – auweia, Kabarett live, da raste das Cronenberger Publikum…

Noch Restkarten: Talfahrt-Finale in der Hako EventArena

Dass Knipex den German Design Award für seine Abmantelungs-Zange „ErgoStrip“ (die CW berichtete) erhalten hatte, ließ die Kabarettisten rätseln: Wird beim Dörper Zangen-Weltmeister an der Oberkamper Straße wohl „Striptease anne Werkbank“ betrieben? Zum Spaß des Publikums warf die Talfahrt 2017 noch jede Menge weitere Fragen auf, die Antwort gab das Publikum: Mit stehendem Applaus und Zugabe-Rufen feierten sie die Kabarett-Abende – mit dem abgewandelten Guildo-Horn-Hit „Talfahrt hat euch lieb“ und dem obligatorischen „Wuppertal-Liebeslied“ bedanken sich Jens Neutag, Ulrich Rasch und Jürgen H. Scheugenpflug für die Ovationen.

Am morgigen Samstag, 3. Februar 2018, endet die Talfahrt 2017 um 20 Uhr in der Hako EventArena. Wer noch einsteigen möchte, Restkarten für den letzten Satire-Abend sind noch unter wuppertal-live.de zu haben. Mehr Infos unter www.talfahrt-wuppertal.de. Einen ausführlichen Bericht zu den Knipex-Abenden gibt es in der nächsten gedruckten CW-Ausgabe.