Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

08.09.2018, 16.48 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Schwebebahn: Die „Nummer 7“ schwebt jetzt bei Knipex

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Fast wie im Tal: Auch bei der Firma Knipex schwebt die Schwebebahn – allerdings nicht über der Wupper… -Foto: Meinhard Koke

117 Jahre nach der Inbetriebnahme ist es endlich so weit: Cronenberg hat eine Schwebebahn! Einsteigen und ins Tal schweben wird man aber auch künftig (leider) nicht – es sei denn, die geplante Seilbahn-Idee wird doch verwirklicht. Denn: Der Schwebebahn-Zug, den sich die Firma Knipex „gesichert“ hat und der am 3. September an die Oberkamper Straße geliefert wurde, wird zwar schweben – aber nur an einem 24 Meter langen Trägergerüst auf dem Knipex-Werksgelände.

Im Zuge der Indienststellung der neuen Schwebebahn-Baureihe „Generation 15“ (GTW 15) hatten die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) vor drei Jahren beschlossen, 24 Fahrzeuge ihrer auslaufenden Baureihe „GTW 72“, die bereits seit 1972 durchs Tal schweben, nicht zu verschrotten: Drei wurden kostenlos im Rahmen eines Wettbewerbs abgegeben, 21 Bahnen wurden verkauft.

Knipex erwarb in Zuge dessen einen Zug, um diesen an der Oberkamper Straße für Mitarbeiter und Besucher zu einer „Eventlocation“ zu machen (die CW berichtete) – nach dem Knipex-Samba an der Trasse das zweite Knipex-Stück Wuppertaler Verkehrsgeschichte. Hierzu ließ der Cronenberger Zangen-Weltmeister auf seinem Firmenareal von der benachbarten Firma Steinmetz ein Traggerüst erstellen, in das die Knipex-Bahn eingehängt wurde.

Pünktlich wie die Schwebebahn…

Zwar einige Monate später als zunächst gedacht, bei ihrer Anlieferung war die Schwebebahn aber überpünktlich: Noch vor der fahrplanmäßigen Uhrzeit um 8.30 Uhr bog der Schwerlasttransporter mit dem ersten Zugteil in die Straße Zum Krusen ein. Mit drei Großkränen wurden die Bahnteile zunächst an ihr künftiges Trägergerüst gehoben, bevor dann jeweils die Antriebsgestelle darauf montiert und die Bahn-Teile schließlich eingehängt wurden.

Die Bahnräder, so berichtet Knipex-Mitarbeiterin Barbara Meimeth, konnten nur an den Kränen hängend montiert werden – sie sind so schwer, dass die Waggons ihre Last nicht tragen können. Zwar bekam Knipex nicht die gewünschte Zoo-Schebebahn, die schwebt wegen der Schwierigkeiten mit der neuen Baureihe noch zwei Jahre durchs Tal.

Nur noch im Technikmuseum schwebt eine zweite Bahn

Mit der „Nummer 7“ im typischen Blau-Orange aus dem Baujahr 1974 „sind wir aber auch überhaupt nicht unglücklich“, unterstrich Barbara Meimeth. Zumal: Die Knipex-Schwebebahn sei in einem sehr guten Zustand, freute sich Meimeth. Der soll im Original erhalten bleiben, wann genau die Bahn von den Mitarbeitern oder Besuchern genutzt werden kann, steht indes noch nicht genau fest.

Immerhin: Weitgereiste Kunden, die in ihren eng gestrickten Terminplänen oftmals keine Zeit für eine Schwebebahn-Fahrt hätten, so Barbara Meimeth, müssen nun nicht mehr ins Tal hetzen, sondern können bei Knipex schweben. Auch was Besonderes: Außer über der Wupper sowie im Technik-Museum Sinsheim und nun beim Cronenberger Zangen-Weltmeister hängt nirgendwo eine „Hochbahn“ in der Schwebe…