Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

11.02.2019, 16.39 Uhr   |   Marcus Müller   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Schule Berghauser Straße: Neues Dach für zwei Millionen Euro

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2012 schloss die damalige Hauptschule Cronenberg an der Berghauser Straße ihre Pforten. Nachdem nun auch das Berufskolleg vom Haspel ausgezogen ist, will die Stadt das sanierungsbedürftige Denkmal am Lenzhaus verkaufen. | Foto: Meinhard Koke

„Ich habe ein dickes Fell“, erklärte Dirk Baumer vom Gebäudemana­gement der Stadt (GWM) auf Nach­frage. Nach einem Hin und Her im Vorfeld war er schließlich in die Februar-Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg geschickt worden, um Fragen zur Sanierung der ehemaligen Schule an der Berghauser Straße zu beantworten. GMW-Chef Dr. Hans-Uwe Flunkert war anderweitig unterwegs, Stellvertreter Thomas Lehn urlaubsbedingt verhindert. Einen Gesprächstermin mit Flunkert vor der BV-Sitzung hatte die CDU-Fraktion in der BV platzen lassen – damit keine „Hinterzimmerpolitik“ stattfinde.

Nicht nur dass plötzlich doch jemand vom GMW für die BV Zeit hatte, Baumer – für Finanzen, Controlling und Informationsmanagement zuständig – hatte auch überraschend gute Nachrichten im Gepäck: Für zwei Millionen Euro soll ab Sommer – wenn das Berufskolleg, das wegen des Starkregens im Mai 2018 ein Jahr länger dort verweilen musste, ausgezogen ist – das ebenfalls durch das Unwetter noch stärker in Mitleidenschaft gezogene Dach des denkmalgeschützten Gebäudes endlich repariert werden. Und das, obwohl kein nachhaltiges Nutzungskonzept bestehe. Die darüber hinaus nötigen zwölf Millionen Euro für die komplette Sanierung der ehemaligen Schule würden allerdings erst dann investiert, wenn die Zukunft des Gebäudes geklärt sei.

„Wir müssen irgendwie nach vorne schauen.“
„Ein Leerstand in dieser Dimension ist ein Problem für das Gebäudemanagement“, erklärte Baumer. Das GMW dürfe nur Gebäude betreiben, die zwingend benötigt wer­den. „Es gibt keinen Markt für Schulgebäude.“ Den Vorwurf, das GMW täte nichts, um später das Denkmal abreißen zu dürfen, wies Baumer entschieden zurück: „Die Behauptung, dass wir bewusst und vorsätzlich das Gebäude verfallen lassen, ist falsch.“ Laut Michael-Georg von Wen­czowsky (CDU) habe ein Architekturbüro bereits Anfang 2016 einen Auftrag erhalten, das Gebäude bis 2017 zu sanieren – geschehen sei nichts. Baumer stellte darüber hinaus klar, man habe „keine anderen Ambitionen“, vielmehr sei das GMW „genauso Opfer, weil wir dieses Mietobjekt verloren haben“.

Auf den Vorschlag von Grünen-Bezirksvertreter Paul-Yves Ramette, man könne doch das Bürgerbüro, das am Rathausplatz Mietkos­ten für ungenutzte Fläche erzeuge, doch in die ehemalige Schule umziehen, ging Baumer nicht ein. Das Gebäudemanagement solle jedoch die Bezirksvertretung Cronenberg mit in die Planungen einbeziehen, forderte Oliver Wagner von der SPD: „Wir müssen irgendwie nach vorne schauen.“