15.04.2019, 19.51 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Studenten-Votum: Pro Seilbahn, aber gegen die Bürgerbefragung

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Mit dem Tal im Rücken: AsStA-Chef Soufian Goudi (li.) und Juso-Vorsitzender Yannik Dürlinger sind dafür, dass ihre Wuppertaler Kommilitonen künftig mit der Seilbahn zum „Uni-Berg“ schweben… -Foto: Meinhard Koke

Die Idee einer Seilbahn vom Hauptbahnhof über die Universität zum Küllenhahn wurde im Jahr 2014 im Rahmen der „Initiative Wuppertal 2025“ unter anderem auch aus der Bergischen Universität heraus geboren. Viel und kontrovers wird seitdem über das Projekt gestritten, es gründeten sich Initiativen pro und contra, die Stadt ließ ein Bürgergutachten erstellen, dessen Votum für die Seilbahn ausfiel, nun werden bis zum 26. Mai 2019 die Wuppertaler Bürger zu der Idee befragt.

Vor dem Bürgerentscheid positionierten sich nun diejenigen, die vornehmlich in die Seilbahn einsteigen würden, zu dem Projekt: die Studenten der Bergischen Universität. In der vergangenen Woche votierte das Studierenden-Parlament der Uni für den Bau einer Seilbahn. Zuvor hatte sich schon Uni-Rektor Lambert T. Koch pro Seilbahn ausgesprochen. Das Ergebnis fiel jedoch knapp aus: In geheimer Abstimmung gab es zehn Ja-Stimmen, sieben Studierenden-Vertreter stimmten dagegen. Allerdings: Laut der „CampusZeitung blickfeld“ sind alle Fraktionen des Studentenparlamentes grundsätzlich pro Seilbahn.

Jusos: „Seilbahn ist unerlässlich gegen Bus-Chaos in Stoßzeiten…“

„Die Seilbahn stellt eine wirkliche Verbesserung für die Studierenden dar“, stellt Yannik Düringer klar. Er ist der Sprecher der Juso-Hochschulgruppe, die den Antrag ins Uni-Parlament eingebracht hatte. Die Seilbahn sei ein „modernes und innovatives Fortbewegungsmittel, das gleichzeitig auch die Umweltbilanz der Stadt verbessern“ und zudem „den Wuppertaler Süden stärker an die Stadt binden“ werde, glaubt Juso-Sprecher Düringer. Vor allem aber: „Eine Verkürzung der Fahrzeit von circa 13 Minuten auf etwa 3 Minuten mit der Seilbahn sind unerlässlich, um das momentane Chaos am Busbahnhof zu Stoßzeiten in Zukunft ad acta zu legen, unterstreicht der Juos-Vorsitzende: Ob man nun pro oder contra Seilbahn sei, die Fahrzeit-Verkürzung sei unstrittig, das sei Fakt, so Düringer.

Gleichzeitig kritisiert das Studenten-Votum die vom Rat beschlossene Bürgerbefragung als „bedauernswert“. Der Grund: Daran könnten nur Studenten mit Erstwohnsitz in Wuppertal teilnehmen, von den rund 24.000 Studierenden an der Uni seien also rund zwei Drittel nicht stimmberechtigt: „Die Stadt zeigt knapp 16.000 Studierenden, die täglich zur Bergischen Universität pendeln, die kalte Schulter“, kritisiert daher Soufian Goudi, der Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA).

AStA-Chef: „Bürgerbefragung zeigt
16.000 Nicht-Wuppertaler Studenten die kalte Schulter…“

„Ausgerechnet diejenigen, die sich für Wuppertal als Hochschulstandort entschieden haben, werden im Prozess nicht berücksichtigt“. Und das, wo die 24.000 Studenten mit ihren Semestertickets doch die größte Nutzergruppe des Öffentlichen Nahverkehrs in Wuppertal seien – und der möglichen Seilbahn wohl auch…

Der Wuppertaler AStA-Chef bezeichnet die derzeitige Beförderungssituation zur Uni und zurück für die Studenten als „katastrophal“. Im Projekt „Seilbahn“ sieht auch Goudi daher eine „echte Verbesserung der Lebensqualität der Stadt für die Studierenden“. Daher fordert der AStA-Vorsitzende: ,,Wuppertal muss mit demselben Mut an das Projekt gehen wie damals mit dem Döppersberg-Umbau.“

Allerdings: Die Ausgestaltung des künftigen Bus-Netzes entlang der Seilbahn-Trasse werde man kritisch begleiten, kündigt Soufian Goudi an.

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