Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

30.12.2019, 19.07 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Samba-Bahnhof Küllenhahn: Geplantes Wohn-Projekt ist geplatzt

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Der verfallene Küllenhahner Bahnhof an der Sambatrasse. | Foto: Marcus Müller

Im Frühjahr sah es so aus, als hätte der Bahnhof Küllenhahn wieder eine Perspektive: Im April stellte der Verein „Behindert – na und?“ bei der Mitglieder-Versammlung des Bürgervereins Küllenhahn seine Ideen für das Jahrzehnten verfallende Gebäude an der Sambatrasse vor (die CW berichtete). Eine barrierefreie Wohn-Anlage mit bis zu 20 Wohneinheiten für Menschen mit und ohne Behinderung sollten auf dem rund 4.500 Quadratmeter großen Areal entstehen. Der frühere Güterschuppen sollte erhalten und vielleicht zu einem Ortsteil-Treff umgebaut werden.

„Das ist ein Glücksfall für den Standort“, zeigt sich der SPD-Landtagsabgeordnete Josef Neumann im Frühjahr ebenso erfreut wie Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé oder auch Küllenhahns Bürgervereins-Chef Michael Ludwig. Der Kaufvertrag war fast unterschriftsreif, mit dem Baubeginn wurde für 2022 gerechnet. Zum Jahresende ist nun aber alle Frühjahrseuphorie wieder verflogen: Das Projekt ist geplatzt, der Küllenhahner Bahnhof steht wieder auf dem Abstellgleis.

„Mich hat die Nachricht auch getroffen“, bestätigt Rudolf Ernenputsch der CW. Er habe im Frühjahr auch gedacht, in einem Monat könnte es zum Notar gehen, dann aber habe der neue Vorstand von „Behindert – na und?“ das Projekt des bisherigen Geschäftsführers gestoppt: „An Ernenputsch hat es jedenfalls nicht gelegen“, unterstreicht Rudolf Ernenputsch, dem gemeinsam mit seiner Cousine das marode Bahnhofsgebäude gehört.

Zwar gebe es eine Reihe neuer Interessenten, die nicht genannt sein wollten. Allerdings, so berichtet Rudolf Ernenputsch weiter, stockten die zwischenzeitlichen Verhandlungen derzeit. Der Grund: Die Stadt habe noch keine Vorstellung entwickelt, was sie baulich an der Sambatrasse zulassen wolle und was nicht: „Es ist alles sehr unklar, wir geben die Hoffnung aber nicht auf“, so Ernenputsch weiter.

Eines sei aber sicher: Das marode Bahnhofsgebäude müsse weg, bevor es zusammenbricht – ein konkreter Abristermin stehe aber noch nicht fest, so Rudolf Ernenputsch abschließend. Auf CW-Nachfrage wollte sich die Stadt nicht näher zu möglichen Plänen für das Bahngrundstück äußern. Klar sei allerdings, so Stadt-Sprecherin Ulrike Schmidt, dass eine mögliche Bebbaung zu der Lage an der Sambatrasse und im Ortsteil angemessen sein müsse…