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23.01.2020, 16.33 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Benjamin Frost: WM-Sieger aus der Südstadt bei der Kanzlerin

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Gruppenbild mit Bundeskanzlerin: Angela Merkel, unverkennbarin der Mitte, empfing das „Team Germany“ bei der Berufe-WM „WorldSkills“ 2019 im Kanzleramt. Links mittig im Bild ist CFG-Weltmeister Benjamin Frost zu erahnen… | Foto: Foto: obs/WorldSkills Germany e.V./Frank Erpinar

Wie wir berichteten, wurde Benjamin Frost im Sommer 2019 Programmier-Weltmeister: Bei den WorldSkills 2019, der Weltmeisterschaft der Berufe, holte der letztjährige Absolvent des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums (CFG) den WM-Titel in der Disziplin „Speedprogramming“ nach Deutschland.

Benjamin Frost zählte zu den 39 Mitgliedern aus den verschiedensten Berufsgruppen, welche im „Team Germany“ in der russischen Wolga-Metropole Kazan an den Start gingen. Mit dem Gewinn der Weltkrone im Schnell-Programmieren holte der Südstädter einen von insgesamt drei deutschen WM-Titeln. Während Benjamin Frost im September gegenüber der CW überwältigt bekannte: „Ich bin immer noch dabei, das zu verarbeiten – das braucht noch eine ganze Weile“, so hatte er seinen Erfolg im Dezember wohl endgültig realisiert: Da wurden Weltmeister Frost und seine Team-Kameraden von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin empfangen.

Merkel freute sich in ihrer Ansprache im Bundeskanzleramt, dass insgesamt zwei Drittel der deutschen Team-Mitglieder mit Medaillen oder Exzellenz-Auszeichnungen aus Kazan zurückgekehrt waren: „Da kann ich nur sagen: Toll, super – herzlichen Glückwunsch.“ Merkel gratulierte aber allen deutschen Teilnehmern: Um bei der Berufe-WM an den Start gehen zu können, müsse man überdurchschnittlich gut sein: „Sie sind gute Botschafter des Handwerks und der Ausbildung in Deutschland.“

Zwar gebe es immer mehr junge Leute, die studieren wollen. Aber, so Merkel weiter, es müsse ja auch Menschen geben, die einen Ausbildungsberuf anstreben, denn: „Wenn alle nur noch über Papieren sitzen und nachdenken, dann wird das für unsere Welt vielleicht auch nicht ausreichend sein.“ Die weltweit geschätzte Stahlkraft von „Made in Germany“ gehe nur mit Fachkräften, die sehr gut ausgebildet sind: „In welcher Sparte auch immer – Ihr Können ist gefragt“, unterstrich die Bundeskanzlerin: „Das merken Sie, denke ich, auch auf dem Arbeitsmarkt.“

Übrigens: Trotz des Appells von Angela Merkel hat Benjamin Frost nach dem Abitur am Fuhlrott-Gymnasium ein Informatikstudium am Hasso-Plattner-Institut in Potsdam begonnen – als weitere Auszeichnung für seine ungewöhnlichen Leistungen hatte der Südstädter ein Stipendium dazu erhalten. Ein Einzelbild mit der Kanzlerin schaffte Programmier-Ass Frost derweil nicht – während der Anwesenheit von Angela Merkel waren Handys nicht erwünscht.