Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

05.02.2020, 17.56 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Hipkendahl: Bürgervereine kündigen „massiven Widerstand“ an

Artikelfoto

Dieser idyllische Blick auf die Hofschaft Hipkendahl wird erhalten bleiben, denn eine Wiesenfläche am oberen Rand zwischen L418 und der Straße Hipkendahl soll als mögliche Wohnbaufläche im Regionalplan ausgewiesen werden. | Foto: Meinhard Koke

Nach dem CW-Bericht zu den Plänen der Bezirksregierung, eine Wiesenfläche am Rande der Hofschaft Hipkendahl oberhalb des Gelpetales im Rahmen des künftigen Regionalplanes als Allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) auszuweisen, formiert sich der Widerstand. Wie der Vorsitzende des Bürgervereins Hahnerberg-Cronenfed (BHC), Jochen Plate, mitteilt, hat sich die AG „Die Cronenberger“, also die Arbeitsgemeinschaft der vier Dörper Bürgervereine, in einem Schreiben an Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher gegen die Pläne der Bezirksregierung Düsseldorf ausgesprochen.

Man sei aber nicht nur gegen diese Pläne, „sondern gegen den Flächenfraß im Allgemeinen“, heißt es in dem Cronenberger Schreiben: „Wir sind der Auffassung, dass es genügend zu ertüchtigende Stellen im Bereich bereits vorhandener Wohnbebauung gibt.“ Natürliche Flächen müssten zum Wohle aller erhalten bleiben. In ihrem Schreiben zeigen sich die Bürgervereine verwundert, dass die Fläche „Hipkendahl“ gegen die ablehnenden Voten der Cronenberger Bezirksvertretung und des Wuppertaler Stadtrates als ASB-Fläche ausgewiesen werden soll.

„Wie sollen wir das unseren Kindern und Enkeln erklären…?“

„Ich frage mich schon, ob diese ,Vor-Ort-Gremien’ die Notwendigkeit einer rein lokalen Nutzung nicht besser beurteilen können als Sachbearbeiter aus dem ,fernen‘ Düsseldorf“, kritisiert Jochen Plate: „War denn irgendein Entscheidungsträger einmal vor Ort?“ Zugleich zeigen sich „Die Cronenberger“ verwundert, dass die Fläche Hipkendahl ausgewiesen werden soll, obwohl die Bezirksregierung selbst die Umweltauswirkungen als „voraussichtlich erheblich“ einschätzt. „Wie sollen wir das in Zeiten von ,Fridays for future‘ unseren Kindern und Enkeln erklären?“, kritisieren die Dörper Bürgervereine: „Es kann nicht angehen, dass Versäumnisse der öffentlichen Hand im sozialen Wohnungsbau zu Lasten des Naturschutzes und natürlich auch Menschenschutzes gehen.“

„Unseres massiven Widerstandes dürfen Sie versichert sein…“

Statt der grünen Wiese am Hipkendahl solle die Stadt vielmehr ihre Brachen entwickeln und ungenutzten Wohnraum auf Vordermann bringen: „Wuppertal hat viel ungenutzten Wohnraum, der ohne massive Umweltbelastungen zur Linderung der Wohnungsnot dienen kann.“ Eine weitere Bebauung am Hipkendahl kritisieren die Vereine derweil als erheblichen Eingriff in Naturschutz, Naherholung und Gewässerschutz. „Eine rechtfertigende Indikation für einen derartigen Eingriff in die Natur gibt es nicht“, fordern „Die Cronenberger“ die Regierungspräsidentin auf, von der ASB-Ausweisung der Fläche Hipkendahl abzusehen.

Zugleich versprechen sie Gegenwehr: „Unseres massiven Widerstandes dürfen Sie versichert sein“, kündigt Jochen Plate auch an, dass sich der Bürgerverein dem Initiativkreis „Pro-Naturraum“ anschließen werden. Darin haben sich Anwohner-Initiativen zusammengeschlossen, die gegen Flächen-Ausweisungen kämpfen.