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15.01.2020, 17.42 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Regionalplan: Nur die Fläche Hipkendahl ist nicht vom Tisch

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Dieser idyllische Blick auf die Hofschaft Hipkendahl wird erhalten bleiben, denn eine Wiesenfläche am oberen Rand zwischen L418 und der Straße Hipkendahl soll als mögliche Wohnbaufläche im Regionalplan ausgewiesen werden. | Foto: Meinhard Koke

Für viel Wirbel sorgten im vergangenen Jahr in Cronenberg die städtischen Wohnbauflächen-Vorschläge zum neuen Regionalplan Düsseldorf (RPD). Um den prognostizierten Wohnbauflächenbedarf bis zum Jahr 2040 decken zu können, musste die Stadt bei der Bezirksregierung potenzielle Flächen melden, die für eine Wohnbebauung infrage kommen könnten. Für ganz Wuppertal wurde ein Pool mit insgesamt 63 Flächen ermittelt, vier Flächen davon lagen in Cronenberg: im Bereich Hensges Neuhaus/Vonkeln (1,3 Hektar), am Hipkendahl (6,8 Hektar) und in der Rather Straße/Kohlfurther Straße (1,8 Hektar) sowie ein 2,5 Hektar großes Areal im oberen Bereich der Straße In der Gelpe.

Besonders in Vonkeln und an der Rather Straße regte sich Widerstand – mit Erfolg: die Gebiete Schwaffert an der Rather Straße und Hipkendahl wurden aus der städtischen Liste gestrichen. Nachdem die Stadt Wuppertal Ende September 2019 ihre Stellungnahme an die Bezirksregierung gesendet hatte, legte die Bezirksregierung Anfang November als Regionalplanungsbehörde einen neuen Planentwurf vor. Hier kam zweifach Freude bei Dörper Bebauungsgegnern auf: Die Bezirksregierung strich die städtischen Vorschläge Vonkeln und In der Gelpe aus der Liste.

Trotz „erheblicher Umweltauswirkungen“: Hipkendahl-Fläche weiter im RPD

Der Wermutstropfen: In puncto Hipkendahl folgte Düsseldorf indes nicht der städtischen Ablehnung einer weiteren Bebauung in Richtung Gelpetal. Die betreffenden 6,8 Hektar eingangs der Hofschaft, zwischen der Straße Hipkendahl und der L418 gelegen, sollen als Allgemeiner Siedlungsbereich (ASB) dargestellt werden. Und das, obwohl der Bereich als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen ist und im Rahmen der „Strategischen Umweltprüfung“ die Umweltauswirkungen dieser ASB-Festlegung „als voraussichtlich erheblich“ prognostiziert werden.

Entsprechend hat bereits der Gelpe-Verein im Rahmen seines alljährlichen Martinstreffens im Dezember Widerstand gegen die Ausweisung von Randgebieten des Gelpetales als ASB-Flächen angekündigt. Die Bezirksregierung bewertet derweil eine mögliche Bebauung der Fläche als „eine sinnvolle Ergänzung und Abrundung des bisher dargestellten Siedlungsbereiches“, so heißt es in der Düsseldorfer Einschätzung. Zumal die Stadt Wuppertal „einen großen Basisbedarf“ an neuem Wohnraum bedienen müsse.

Ebenfalls strittig: Areal am Böhler Hof soll ASB-Fläche werden

Ähnliches gilt für eine 6,5 Hektar große Fläche am Böhler Hof: Der Rat votierte gegen die Ausweisung der 6,5 Hektar zwischen Freudenberg und Ronsdorfer Straße. Auch hier hält die Bezirksregierung dagegen: Die Fläche Böhler Hof soll als zusätzlicher ASB im Regionalplan dargestellt werden. Einer Meinung sind Rat und Bezirksregierung indes zu zwei Flächen im Dunstkreises des CW-Landes: eine 1,6 Hektar große Fläche In der Ossenbeck unterhalb von Kochs Wiese soll ebenso wie 4,7 Hektar im Bereich Steinbecker Bahnhof als mögliche Siedlungsbereiche dargestellt werden.

Und noch in einem weiteren Punkt sind sich Wuppertal und Düsseldorf einig: Im Bereich Sudberg seien keine neuen ASB-Flächen möglich – die Potenzialfläche am Südrand Cronenbergs habe eine zu schlechte Infrastrukturausstattung und schlechte verkehrliche Anbindung. Ob der wesentlichen Änderungen des ersten Planentwurfes hat der Regionalrat als Oberaufsicht in einer Sondersitzung die Durchführung eines zweiten Beteiligungsverfahrens angestoßen. Hierbei können allerdings nur Anregungen und Bedenken zu den geänderten Teilen des vorherigen Planentwurfes geäußert werden.

Nach Ende der aktuellen Offenlage werden die Gremien der Regionalplanungsbehörde wohl im März endgültig dazu beschließen.