10.09.2019, 19.51 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Wohnbaupläne: Auch in Vonkeln regt sich jetzt der Widerstand

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Peter Jaspers von der Interessengemeinschaft „Lebensqualität in Vonkeln“ (IGV, 4.v.l.) mit einigen Anwohnern sowie den Linken-Vertretern Susanne Herhaus (2.v.l.), Hartmut Kissing (2.v.r.) und Bernhard Sander vor einer der beiden Wiesen, welche im neuen Regionalplan als potenzielle Wohnbauflächen ausgewiesen werden sollen. | Foto: Marcus Müller

Nachdem schon die vorgeschlagene Ausweisung des Areals „Schwaffert“ als Siedlungsfläche zur Gründung einer Bürgerinitiative im Bereich Kohlfurther/Rather Straße geführt hat (die CW berichtete mehrfach), regt sich nun auch auf Vonkeln Protest: Die Interessengemeinschaft „Lebensqualität in Vonkeln“ (IGV) meldet sich zurück und kündigt Widerstand gegen die Pläne an, die Wiesen und Weiden links und rechts der Zuwegung zur Pickbahn „Grüne Eiche“ als Wohnbauflächen für die Novellierung des Regionalplanes anzumelden.

In seinem Schreiben an die zuständige Bezirksregierung sowie den Wuppertaler Rat verweist IGV-Sprecher Peter Jaspers darauf, dass betreffende Flächen im Landschaftsschutzgebiet liegen. Die Baupläne seien somit „ökologisch und politisch ein absolutes ,No Go‘“. Zudem spreche eine „deutlich zu hohe Verkehrsdichte bei unterdurchschnittlicher Straßenbreite in Vonkeln“ gegen die Pläne. Bereits vor 16 Jahren habe ein Gutachten ergeben, dass die Verkehrsbelastung bei 125 Prozent gelegen habe: „Seitdem hat sich der Verkehr nahezu verdoppelt. Begegnungsverkehr ist an manchen Stellen aufgrund der schmalen Straßenführung kaum fließend auflösbar.“ Zudem sei in der Hofschaft oftmals nicht einmal ein Bürgersteig vorhanden.

Abschließend verweist IGV-Sprecher Jaspers darauf, dass Baufahrzeuge nur über Grundstücke von Anwohnern zu dem Baugebiet kämen – „dagegen werden wir im Rahmen der uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten entschieden vorgehen“, kündigt Jaspers an. Beistand geben die Linken: Nach einer Ortsbegehung sagten sie der IGV ihre „volle Unterstützung“ zu. Es sei in Zeiten von Klimakrise und Artensterben unverantwortlich, weitere Gebiete zu versiegeln, wendet sich Linken-Bezirksvertreter Hartmut Kissing gegen den bereits dritten Anlauf für eine Bebauung auf den Vonkelner Wiesen. Um diese Umweltzerstörung zu verhindern, werde man alle Mittel ausschöpfen.

Linken-Sprecherin Susanne Herhaus, die auch dem zuständigen Regionalrat angehört, forderte, dass Grünzonen und Frischluftschneisen erhalten bleiben müssten – daher habe sie im Düsseldorfer Regionalrat auch gegen die Änderung des Regionalplanes votiert. Bernhard Sander, städtebaupolitischer Linken-Sprecher im Rat, forderte, dass vielmehr zentrennahe Wohnungen für Familien und Alleinstehende geschaffen werden müssten: „Die Linke lehnt die Zersiedelung am Stadtrand ab.“

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