Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

21.09.2020, 19.51 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Wahl 2015 zeigt: Die OB-Wahl muss noch nicht entschieden sein!

Artikelfoto

Sie stehen am 27. September in der Stichwahl um das Amt des Wuppertaler Oberbürgermeisters: CDU/Grüne-Herausforderer Uwe Schneidewind und SPD-Amtsinhaber Andreas Mucke (re.).

Uwe Schneidewind holt vor Amtsinhaber Andreas Mucke die meisten Stimmen / Ein Blick zurück auf die letzte OB-Wahl zeigt, dass es in der Stichwahl am 27. September ganz anders laufen kann.

Eines stand schnell fest bei der Oberbürgermeister-Wahl am 13. September 2020: Es wird eine Stichwahl zwischen Amtsinhaber Andreas Mucke (SPD) und seinem CDU/Grünen-Herausforderer Uwe Schneidewind geben. Anfangs sah es danach aus, als würde Andreas Mucke seinen Amtsbonus nutzen, um als Erstrunden-Sieger in die Stichwahl zu gehen: Nach Auszählung der ersten Stimmbezirke lag Mucke gegen 18.45 Uhr mit 43 Prozent deutlich vor seinem schwarz-grünen Hauptherausforderer, der zu diesem Zeitpunkt auf nur rund 32 Prozent kam.

Je später der Wahlabend wurde und je mehr Stimmen ausgezählt waren, desto näher rückte Uwe Schneidewind dem SPD-Kontrahenten jedoch auf den Pelz. Etwa eine Stunde später war es dann soweit: Der schwarz-grüne Kandidat hatte den SPD-Amtsinhaber überholt, gegen 19.45 Uhr führte Uwe Schneidewind mit 39,1% vor Andreas Mucke (37,9%). Und den Platz an der Sonne gab der Herausforderer auch nicht mehr ab: Schneidewind konnte seinen Stimmenanteil sogar noch leicht ausbauen, am Ende ging er mit 40,8 Prozent fast vier Prozentpunkte vor OB Mucke (37 Prozent) durchs Ziel.

Cronenberg-Klatsche für Mucke, Forensik-Klatsche für Schneidewind

In Cronenberg fiel der Schneidewind-Erfolg noch deutlicher aus: Mit 46,6 Prozent ging der Newcomer im Dorf klar vor Andreas Mucke (31,7%) – eine Klatsche für den SPD-Amtsinhaber. Uwe Schneidewind konnte in Cronenberg sein zweitbestes Ergebnis aller Wuppertaler Stadtbezirke einfahren – ingesamt holte der CDU-Grüne-Kandidat sechs von zehn Stadtbezirken. Besonders punktete Schneidewind im Wahlkreis Cronenberg-Nord: Hier erhielt er 48 Prozent, in Cronenberg–Süd kam er auf 45,4%.

Auf der anderen Seite erhielt Amtsinhaber Mucke in Cronenberg das zweitschlechteste Ergebnisse aller seiner Stadtbezirks-Ergebnisse. In den Wahlkreisen Cronenberg-Süd (31,9%) und Cronenberg-Nord (31,4%) schnitt Mucke dabei ähnlich schlecht ab. Insgesamt hatte der SPD-Politiker lediglich in vier Stadtbezirke die Nase vorn: Neben Barmen, Oberbarmen und Heckinghausen landete er dabei auch bei den Südhöhen-Nachbarn in Ronsdorf vorn – hier gab aber offenbar eine gehörige Portion „Forensik-Frust“ den Ausschlag für Mucke.

OB-Wahl 2015: Erste Runde für Peter Jung, Stichwahl für Andreas Mucke

Dennoch: Auf seinem Erfolg sollte sich Gewinner Schneidewind besser nicht ausruhen. Das legt jedenfalls ein Blick zurück auf die letzte OB-Wahl nahe: 2015 ging der damalige Amtsinhaber Peter Jung (CDU) in der ersten Runde mit (37,51%) vor seinem SPD-Herausforderer Andreas Mucke (35,57%) durchs Ziel. Bei der Stichwahl sah das dann aber ganz anders aus: Da stieß Mucke mit fast 60 Prozent bekanntlich Jung (rund 40 Prozent) vom Oberbürgermeister-Sessel.

Zwar nicht so deutlich, aber ähnlich lief es vor fünf Jahren auch in Cronenberg: In der ersten Runde lag Peter Jung hier noch rund 13 Prozent vorn, in der Stichwahl dann drehte Andreas Mucke (51,5%) auch im Dorf mit rund drei Prozentpunkten Vorsprung vor dem Lokalmatadoren Jung (48,5%) den Spieß um – die Wahl 2015 zeigt also: Nach der Wahl ist vor der Stichwahl, am 27. September könnten die Karten ganz neu gemischt werden…