Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

23.11.2020, 19.34 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Dank Knipex-Spende: FBR hat Wahlfach „Technik“ neu im Angebot

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Die FBR-Siebtklässler Marc-André, Luis, Leon und Albert zählen zu den 18 „auserwählten“ Realschülern, welche den Zuschlag für die neue Technik-AG der Friedrich-Bayer-Realschule bekamen. Im Hintergrund freuen sich mit ihnen: Schulleiter Marcus Dätig (li.), Tanja Jäger (2.v.l.) und Michael Schmiedecke (re.) vom Förderverein sowie Asal Tayouri und Thorsten Herkert (2.v.r.) von der Firma Knipex | Foto: Meinhard Koke

Größte Spende in der Geschichte des FBR-Fördervereins: Firma Knipex stattete neuen Technik-Raum der Friedrich-Bayer-Realschule aus.

Just in einer Zeit, in der coronabedingt ganz viel über die Digitalisierung der Schulen gesprochen wird, stellte die Friedrich-Bayer-Realschule (FBR) eine analoge Neuerung vor: einen Technik-Raum. Dank der Hilfe der Cronenberger Firma Knipex, welche dem Förderverein dafür Werkzeuge, Maschinen und Mobiliar im Wert von 20.000 Euro spendete, können FBR-Schüler ab der Klasse 7 jetzt in einer Technik-AG Pläne schmieden, sägen, schrauben, feilen und bauen – also sich darin versuchen, fleißige Handwerker zu sein.

Michael Schmiedecke vom Förderverein der Realschule stellte sich als ein Ex-Schüler des FBR-Erstjahrganges im Schulzentrum Süd vor. 1975 verfügte die FBR noch über einen Werkraum und er – so erinnerte sich Schmiedecke – habe „Werken“ statt „Handarbeiten“ gewählt: „Das war eine tolle Sache“. 45 Jahre später hofft der Fördervereins-Vize, dass ihm viele nacheifern und sich für das neue Wahlfach „Technik“ anmelden. Schließlich müsse nicht jeder Abi machen, unterstrich Schmiedecke, dass Handwerk mehr denn je goldenen Boden habe: „Fachkräfte werden immer knapper.“

Realschulleiter Dätig unterrichtet (noch) selbst

Insofern dankte der Fördervereinsvertreter der Firma Knipex dafür, dass sie mit dem Technik-Raum das neue Wahl-Fach im FBR-Stundenplan möglich gemacht habe: „Das ist die mit Abstand bisher größte Einzelspende an uns“, hob Michael Schmiedecke hervor. Für FBR-Leiter Marcus Dätig macht die Knipex-Spende auch ein persönliches schulisches Anliegen möglich: Als der gelernte Diplom-Ingenieur im Frühjahr die Leitung der NRW-Sportschule übernahm, wollte er das technische Profil der FBR schärfen – das ist nun möglich: Unter der Überschrift „Von der Idee zum Produkt“ will man am Jung-Stilling-Weg nun auch die technisch-handwerkliche Ausbildung in den Fokus rücken.

Aktuell übernimmt Marcus Dätig das höchstselbst: Da Technik-Lehrer kaum „auf dem Markt“ sind, müssen die interessierten FBR-Lehrer zunächst die entsprechenden Zertifizierungskurse absolvieren. Die Schüler indes stehen bereits Schlange: Von den rund 120 Siebtklässlern, die erstmals die Wahl hatten, entschied sich direkt ein Drittel für den Erstwunsch „Technik“. Da nur 18 Schüler den Zuschlag für das neue Fach bekommen konnten, musste gelost werden.
Für Marc-André, Luis, Leon und Albert (alle 12) war das offenbar das „große Los“.

„Sehr schön“, lautet ihr Zwischenfazit nach den ersten „Technik“-Wochen, in denen sie an einer Schatzkiste sowie einem Deutschland-Puzzle arbeiteten: „Genauso haben wir uns das vorgestellt“, lobte das junge FBR-Quartett auch die Arbeit mit den „guten Zangen von Knipex“. Und wenn man Englisch und Französisch habe, „müsse man schon viele Vokabeln pauken“, begründete Marc-André seine Technik-Wahl – neben seinem handwerklichen Interesse, natürlich!

FBR-Raum soll fürs CFG und andere Schulen geöffnet werden

Asal Tayouri, Assistentin von Knipex-Chef Ralf Putsch, sowie Knipex-Ausbildungsleiter Thorsten Herkert freuten sich natürlich, dass die Knipex-Spende bei den Realschülern gut ankommt: „Knipex hat ein Herz für Kinder und Bildungsthemen – wenn ein Nachhaltigkeitsaspekt dazukommt, freut uns das doppelt und dreifach“, berichtete Asal Tayouri, dass Knipex-Chef Putsch schnell „Feuer und Flamme“ für das FBR-Vorhaben gewesen sei. Zumal es ja durchaus sein könnte, dass sich unter den Realschul-Technikern der eine oder andere Bewerber für Knipex findet.

Aktuell, so berichtete Thorsten Herkert jedenfalls, beschäftigt Knipex vier ehemalige FBR-Schüler als Auszubildende: „Wir würden uns freuen, manchen Technik-Schüler als Praktikanten zu sehen.“ Und dazu könnten irgendwann auch Schüler anderer Schulen zählen: Wie FBR-Leiter Dätig erläuterte, soll der Technik-Raum auch für interessierte Schüler des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums geöffnet und Bestandteil des Bergischen Schul-Technikums werden – das große Ziel ist eine Art Quartierslabor im „Süd“…