Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

15.03.2021, 16.32 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Impfzentrum: Impfungen mit AstraZeneca-Vakzin ausgesetzt

Artikelfoto

Update (18.12 Uhr):
Wie der Cronenberger Mediziner Dr. Martin von Kathen, der am heutigen Montagnachmittag im Impfzentrum im Einsatz ist, weiter gegenüber der CW berichtet, machte der AstraZeneca-Wirkstoff zuletzt einen Anteil von etwa 50 Prozent der täglichen Impfungen am Freudenberg aus.

Wer bereits seine Erstimpfung mit dem Vakzin erhalten habe, muss laut von Kathen wegen der vorübergehenden Aussetzung des Präparats nicht in Panik verfallen. Da die beiden AstraZeneca-Impfdosen in einem Abstand von etwa zwölf Wochen verimpft werden, sei nun bis Mai Zeit: „Nun kann in Ruhe entschieden werden“, appelliert der Dörper Arzt an die Betroffenen, gelassen zu bleiben. Zumal: Mit der Erstimpfung hätten sie ja schon einen gewissen Infektionsschutz aufgebaut.

Das medizinische Personal im Impfzentrum wurde derweil mit der Entscheidung aus Berlin runtergefahren: Es habe keine Unruhe gegeben, berichtet Martin von Kathen weiter vom Freudenberg: Die heute betroffenen Personen mit Impftermin seien offenbar unter Hochdruck weitestgehend informiert worden – „es hat hier keine Unzufriedenheit gegeben – es herrscht Ruhe hier“, so Mediziner Martin von Kathen zur CW.

Erstmeldung:
Auch Deutschland hat am heutigen Montag, 15. März 2021, die Corona-Schutzimpfungen mit dem Vakzin des Herstellers AstraZeneca ausgesetzt. Die Maßnahme sei vorsorglich geschehen, heißt es aus Berlin dazu. Hintergrund ist ein möglicherweise erhöhtes Risiko von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit AstraZeneca-Impfungen. Deshalb hatten schon andere Länder wie Norwegen, Dänemark oder auch die Niederlande den Einsatz von AstraZeneca ausgesetzt.

Im Wuppertaler Impfzentrum am Freudenberg wurden die Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin sofort gestoppt. Wie Stadt-Sprecherin Martina Eckermann berichtet, versucht die Stadt seit Bekanntwerden der Entscheidung, alle Impfkandidaten mit einem Termin zu erreichen und darüber zu informieren, dass ihre Impftermine vorerst ausfallen müssen.

Der Cronenberger Mediziner Dr. Martin von Kathen, der monatlich etwa acht Mal im Wuppertaler Impfzentrum tätig ist, hält den AstraZeneca-Impfstoff zwar grundsätzlich für gut und wirksam. Im Hinblick auf mögliche höhere Risiken von Blutgerinnseln möchte sich von Kathen allerdings keine abschließende Meinung erlauben. Er kenne die Faktenlage nicht, seiner Ansicht nach sei es richtig, die Impfungen erst einmal auszusetzen und die Risiken abzuklären: „Das ist medizinisch verantwortungsbewusst“, so von Kathen gerade eben zur CW.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA prüft nun, ob und wie sich die neuen Erkenntnisse auf die Zulassung des Impfstoffes auswirken. Neben dem Impfstoff von AstraZeneca werden in Deutschland aktuell ein Präparat von Moderna und das BioNTech/Pfizer-Vakzin verimpft. Die EMA erteilte allerdings vergangene Woche auch die Zulassung für ein Corona-Präparat von Johnson & Johnson.