Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

11.04.2021, 16.36 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

März-Bilanz: Infektionen mehr als verdoppelt, Todesfälle gesunken

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Nach dem drastischen Rückgang der Infektionszahlen im Januar wurde der bis Mitte Februar befristete Lockdown zwar verlängert. In der letzten Februar-Woche aber gab es Lockerungen in den Kitas und Schulen, Anfang März durften Friseure, Fußpflegepraxen oder auch Gartenmärkte und Sportplätze (teilweise) wieder öffnen, Mitte März kehrten kurzzeitig alle Schüler wieder in die Klassenzimmer zurück und es wurde Shoppen beschränkt wieder möglich – zeitweise nur mit Terminbuchung beziehungsweise mit negativem Schnelltest zusätzlich.

Wie hat sich das auf das Infektionsgeschehen ausgewirkt – setzte sich der kontinuierliche Rückgang der Infiziertenzahl im Dezember (-5%), Januar (-37%) und Februar (-24%) dennoch auch im März fort?

Im März: Neuinfektionen mehr als verdoppelt

Nein, ganz im Gegenteil: Die Sieben-Tage-Zahl der Neuinfektionen lag zum 1. März noch bei 279 Fällen, am 1. April vermeldete die Stadt 656 Neuinfektionen – das ist mehr als eine Verdoppelung, genau ein Plus von 135 Prozent. Entsprechend machte auch die Wuppertal-Inzidenz einen Sprung: Sie kletterte von 78,59 Fällen (1.3.) auf 184,79 Fälle in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner am 1. April.

Zum Vergleich: Vom bisherigen Allzeit-Hoch von 243,66 am 23. Dezember war die Stadt-Inzidenz im Laufe des Februars sogar bis auf 60,85 Fälle (12.2.) zurückgegangen. Mit vielen Auf und Abs zwischendurch legt die Stadt-Inzidenz seitdem einen kontinuierlichen Anstieg hin. Laut Stadt ist zum Beispiel ein Hotspot weiter nicht die Ursache, das Infektionsgeschehen in Wuppertal sei weiterhin breit gestreut. Allerdings: Die britische Virus-Variante, welche weitaus ansteckender sein soll, hat sich inzwischen auch in der Stadt zur häufigsten Virus-Form ausgebreitet.

Im ganzen März weniger Todesfälle als in letzter Januar-Woche

Die Zahl der Todesfälle mit/an COVID-19 blieb indes weiter niedrig: Die Anzahl der Corona-Toten wuchs in den vier März-Wochen „nur“ von 375 (1.3.) auf 401 Verstorbene (1.4.). Das sind 26 Corona-Tote in vier Wochen. Zur Erinnerung: Allein in der letzten Januar-Woche lag die Zahl der Todesfälle bei 37, im gesamten Januar waren 119 Verstorbene zu beklagen – das war der traurige Monatsrekord seit Pandemie-Ausbruch in Wuppertal. Im Februar war die Zahl der Todesfälle mit/an Corona dann auf 38 Verstorbene gesunken.

Infizierten-Zahl: Zuwachs fast so hoch wie im Januar

Nachdem die Zahl aller bestätigten COVID-19-Infizierten seit Ausbruch der Pandemie am 1. März bei 12.934 Wuppertalern lag, betrug sie zum 1. April insgesamt 15.056 Wuppertaler – die Gesamtzahl aller bestätigten Corona-Infizierten in der Stadt seit Pandemie-Ausbruch erhöhte sich im Laufe des März also auf über vier Prozent der Wuppertaler Bevölkerung (362.350 Stand: 31.12.2020).

Der Infizierten-Zuwachs lag im März bei 16 Prozent. Auch hier zum Vergleich: Im Februar waren es noch rund 8 Prozent gewesen, im Januar lag der Infiziertenzuwachs bei 22 Prozent, im Dezember bei rund 40 Prozent und im November sogar bei 85 Prozent.

Erste April-Woche: Inzidenz runter, Todesfälle fast verdoppelt

Laut des Stadt-Updates zum 9. April sank die Zahl der aktuell Corona-Infizierten in Wuppertal im Laufe der Woche auf 1.158 Personen (1.4.: 1.202). Die Neuinfektionen in sieben Tagen verringerte sich zum vergangenen Freitag auf 537 Wuppertaler (1.4.: 656), die Wuppertal-Inzidenz sank somit auf 151,27 (1.4.: 184,79).

Die Anzahl der Todesfälle mit/an Corona stieg im Laufe der Woche um 13 Verstorbene auf insgesamt 414 (401) – im Vergleich zur Vorwoche, als sieben Todesfälle zu beklagen waren, ist das erstmals wieder ein Anstieg und fast eine Verdoppelung.