Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

12.07.2021, 18.34 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Sparpaket: Auch Commerzbank verabschiedet sich aus Cronenberg

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Ist aktuell pandemiebedingt „vorsorglich geschlossen“ und soll im nächsten Jahr für immer schließen: die Cronenberger Filiale der Commerzbank an der Hauptstraße. | Foto: Meinhard Koke

„Bankensterben“ in Cronenberg: Nach der Deutschen Bank kündigt nun auch die Commerzbank die Schließung ihrer Filiale in der Ortsmitte an.

„Vorsorglich geschlossen“, so steht es noch immer auf der Online-Seite der Commerzbank zur Dörper Filiale an der Hauptstraße 31. Zu ihrem Restrukturierungsprogramm lässt die zweitgrößte deutsche Privatbank derweil wissen: „Sobald es Ergebnisse gibt, informieren wir Sie umgehend.“ Das war noch der Fall, als die Katze längst aus dem Sack war: Die Commerzbank schließt bis Ende des nächsten Jahres 340 ihrer aktuell bundesweit 790 Filialen.

Und mit dem Programm „Strategie 2024“ geht auch das „Bankensterben“ in Cronenberg weiter: Nachdem die Deutsche Bank die Aufgabe ihrer Zweigstelle im Dorf verkündete (die CW berichtete), verabschiedet sich das zweite Kreditinstitut aus der Ortsmitte: Dr. Matthias Kretschmer von der „Group Communications“ in der Frankfurter Commerzbank-Zentrale bestätigte der CW, dass die Filiale an der Hauptstraße aufgegeben wird. Gleiches Schicksal ereilt die Commerzbanken in Hattingen und Remscheid-Lennep sowie in Vohwinkel.

Während die Dependance an der Kaiserstraße bereits im Oktober schließen wird, hat die Filiale in Cronenberg noch eine „Galgenfrist“ bis 2022. Wann die Bank genau im nächsten Jahr an der Hauptstraße auszieht, steht nach Worten von Commerzbank-Sprecher Kretschmer noch nicht fest. Ebenso wie die Frage, ob Service-Angebote der Bank wie Geldautomaten, Schließfächer oder Terminals im Dorf erhalten bleiben. Allerdings: Im Zuge des Streichprogrammes sollen bundesweit auch Geldautomaten gestrichen werden.

Die Commerzbank betont, dass die Schließungen mit der sinkenden Nachfrage ihrer KundInnen und dem zunehmenden Trend zum Online-Banking zusammenhängt. Dieser sei durch Corona selbst bei älteren Kunden verstärkt worden. Da das persönliche Gespräch wichtiger Bestandteil der Kundenbetreuung bleibe, sollen die verbleibenden Filialen höchstens 40 Kilometer auseinanderliegen. Zudem will das Kreditinstitut bundesweit zwölf „Beratungscenter“ einrichten, von denen aus die Kunden per Telefon, Video, Chat und E-Mail beraten werden.

Commerzbank: Mit neun Standorten im Bergischen weiter präsent

Laut Medienberichten will die Commerzbank im Firmenkundensegment 1.000 Stellen streichen. Im Februar bereits ließ die Bank wissen, dass sie im Rahmen der Strategie bis 2024 brutto rund 10.000 Vollzeitstellen abbauen will. Betriebsbedingte Kündigungen sollen dabei vermieden werden, indem die betroffenen Mitarbeiter neue Aufgaben erhalten, in Altersteilzeit gehen beziehungsweise ihnen der Abschied von der Bank mit Abfindungen „versüßt“ wird.

Mit den Wuppertaler Niederlassungen am Neumarkt und am Fischertal in Barmen will die Commerzbank mit insgesamt neun Filialen in der Region präsent bleiben. „Wir haben während der Pandemie festgestellt, dass Beratung „remote“ – also ohne Filiale – gut funktioniert und für den Kunden schnell, einfach und bequem ist“, erläutert Niederlassungsleiterin Verena Severin, dass man weiter das bieten werde, was die Kunden wollten: „Unsere Strategie bleibt digital und persönlich, denn das persönliche Gespräch ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer Kundenbetreuung.“