Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

14.07.2021, 19.47 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Unwetter: Wupper ein reißender Strom – die Kohlfurth in Gefahr!

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Update (22.55 Uhr):
Zumal das Volllaufen der Wuppertalsperre und damit eine Hochwasserwelle in der Nacht in Wuppertal droht (siehe unten), hat die Stadt alle Unterführungen auf der Talsohle gesperrt. Für den Fall, dass die Wuppertalsperre tatsächlich überläuft, werde das auch für die Unterführung B 7/ Döppersberg gelten, einen der zentralen Verkehrsknoten Wuppertals.

Die Stadt erneuert zudem ihren dringenden Appell, die Talsohle in der Nähe der Wupper weiter zu meiden. Betroffene sollten außerdem nicht versuchen, ihr Hab und Gut aus unter Wasser stehenden Kellerräumen zu bergen oder abzupumpen – die Gefahr sei noch nicht vorbei!

Update (22.34 Uhr):
Obwohl der Regen zwischenzeitlich aufgehört hat und die Unwetter-Warnung aufgehoben ist, warnt die Stadt vorsorglich vor weiteren Überschwemmungen durch die Wupper. Der Grund: Wie auch schon der Wupperverband mitgeteilt hat (siehe unten), kann es durch massive Zuläufe in die Wuppertalsperre zu einem Überlauf der Talsperre kommen.

Das könnte bereits bis etwa 23 Uhr der Fall sein. Dann müsste kontrolliert Wasser in die Wupper abgelassen werden – die Folge: Bei der aktuellen Fließgeschwindigkeit der Wupper könnte es nach etwa drei Stunden, also gegen 2 Uhr in der Nacht, zu Überflutungen in Wuppertal kommen. Umso mehr appelliert die Stadt erneut, dass man sich aktuell und in der Nacht nicht in der Nähe der Wupper aufhalten sollte, insbesondere nicht in Muldenlagen.

Anwohner in den betroffenen Bereichen sind aufgerufen, die Lage zu beobachten und – wenn möglich – Souterrain- und Erdgeschosse zu verlassen. Die Stadt weist darauf hin, dass Trafostationen in den betroffenen Bereichen vorsorglich zeitweilig abgeschaltet werden müssen.

Update (21.35 Uhr):
Das ist mal eine schöne Mitteilung des Deutschen Wetterdienstes (DWD): Die aktuelle Unwetterwarnung ist aufgehoben – zuvor hatte der Wetterdienst bis morgen Früh vor starkem Dauerregen gewarnt. Für die Rheinschiene und den linksreinischen Bereich gelten indes weiterhin Warnungen der höchsten Stufe – bleibt zu hoffen, dass der DWD mit seiner Entwarnung für Wuppertal richtig liegt…!

Update (21.23 Uhr):
Die Wupper ist mittlerweile an mehreren Stellen über die Ufer getreten. Von der Kohlfurth bis zur Schwarzbach ist die Feuerwehr im Einsatz, zahlreiche Straßen, so die Uellendahler Straße, die Schwarzbach oder der Rutenbecker Weg, sind gesperrt. Der Busverkehr ist komplett eingestellt.

Laut Stadt sind mehrere Altenheime und das Klinikum Elberfeld gefährdet – die Feuerwehr steht in Kontakt mit den kritischen Einrichtungen. An Freiwillige, die bei Überflutungen helfen möchten, appelliert die Stadt, nicht einfach loszulegen: „Das ist lebensgefährlich, solange das Gebäude nicht stromlos geschaltet ist“, bittet die Stadt eindringlich, aktuell auf keinen Fall tätig zu werden!

Zwischenzeitlich wurde auch die NINA-Warn-App ausgelöst mit der Meldung, unbedingt die Talsohle zu meiden. Veranstaltungen sind abzubrechen und Gäste bei Veranstaltungsende darauf hinzuweisen, über die Höhen nach Hause zu fahren sollen. Falls dies nicht möglich sein sollte, sollten die betroffenen Personen dort bleiben, wo sie sind.

Den Wupper-Höchststand erwartet die Stadt weiterhin gegen 22 Uhr.

Update (21.06 Uhr):
Der Dauerregen hat aufgehört, damit bestätigen sich hoffentlich die Prognosen, dass die Niederschläge im Verlauf des Abends nachlassen werden. Sollte das anders kommen, könnten die Wupper-Talsperre und die Bever-Talsperre in den kommenden Stunden den Vollstau erreichen, teilt der Wupperverband mit.

Dann könnte es zu einem weiteren Anstieg der Wassermengen unterhalb der Talsperren und damit zu Überflutungen kommen. Der Wupperverband ruft daher vorsorglich die Anwohner und Grundstückseigentümer an der Wupper und auch am Bever-Bach unterhalb der Bever-Talsperre auf, besonders vorsichtig zu sein, gefährdete beziehungsweise betroffene Kellerräume sollten nicht betreten werden.

Gegen 18.30 Uhr lag der Wupper-Pegel an der Kluser Brücke bei 100 Kubikmetern pro Sekunde. Laut Wupperverband kann im Stadtgebiet Wuppertal jedoch ein Abfluss bis zu 190 Kubikmetern pro Sekunde abgeführt werden. Bei noch größeren Wassermengen würde die Wupper in dem Bereich über das Flussbett treten. Der Wupperverband ging jedoch nicht davon aus, dass die kritische Marke von 190 Kubikmetern pro Sekunde erreicht wird.

Update (20.36 Uhr):
Laut Stadt hat der Wupper-Pegel mit 3,40 Metern seinen Allzeit-Höchststand erreicht: „Das Wasser fließt fast auf Straßenniveau, an vielen Stellen ist die Wupper kurz davor, die Ufer zu übertreten“, teilt die Stadt mit. Laut Meteorologen sei der Höchstpegel gegen 22 Uhr zu erwarten.

Durch den starken Dauerregen ist in Teilen von Elberfeld-West der Strom ausgefallen – derzeit sind laut Stadt schätzungsweise bis zu 8.000 Anwohner dort ohne Strom. Im Rathaus Barmen steht derweil der Keller mehr als einen Meter unter Wasser. Der Krisenstab der Stadt ist daher vom Johannes-Rau-Platz in die Hauptfeuerwache an der August-Bebel-Straße umgezogen.

Die Stadt erneuert ihren eindringlichen Appell, die Talachse unbedingt zu meiden und keine Keller oder Tiefgaragen zu betreten. Veranstaltungen sind abzusagen, am besten sollte man zu Hause bleiben, bittet der Krisenstab.

Update (20.24 Uhr):
Aufgrund der Gefahren durch den Starkregen appelliert die Stadt Wuppertal, vorsichtig zu sein. Da der Wupper-Pegel stark angestiegen ist, rät der städtische Krisenstab dringend, die Talsohle und die Nähe zu Bächen oder anderen Gewässern zu meiden und möglichst auch keine Keller und Tiefgaragen zu betreten – es bestehe Lebensgefahr durch Überflutung beziehungsweise durch Stromschlag.

Autofahrer sollten nicht durch überschwemmte Unterführungen fahren, Fußgänger nicht durch tiefes Wasser waten, bittet die Stadt weiter. Die Regenmassen könnten auf den Straßen starke Kräfte entwickeln. Durch zum Beispiel weggeschwemmte Gullideckel könnten die Löcher zur gefährlichen Falle werden.

Update (20.15 Uhr):
Wegen des Starkregens sind die Berufsfeuerwehr und freiwilligen Feuerwehren der Stadt aktuell an rund 40 Stellen in Wuppertal im Einsatz. Da sich die Notrufe häufen bittet die Feuerwehr Wuppertal/Solingen, nur im Notfall die 112 anzurufen und von Nachfragen oder „Informationstelefonaten“ abzusehen.

Außerdem appelliert die Feuerwehr, alle in der Nähe des Wupper-Ufers geparkten Fahrzeuge in höher gelegene Bereiche zu fahren. Die Talsohle sollte – so möglich – umfahren werden.

Erstnachricht:
„Zum Glück liegen wir auf dem Berg“, postete ein Nutzer zum Unwetter aktuell im sozialen Netzwerk Facebook. Dieses Glück haben jedoch nicht alle Cronenberger: In der Kohlfurth wird die Lage am heutigen Mittwochabend, 14. Juli 2021, brenzlig.

Die Wassermassen kommen nicht nur vom Himmel, sondern schießen auch die Wahlert hinunter – unterhalb der Todeskurve ergießt sich ein Sturzbach quer über die Fahrbahn und hat die Straße mit Geröll übersät. Besonders dramatisch ist die Lage aktuell an der Kohlfurther Brücke: Die Wupper, die ohnehin als ein Fluss mit hoher Fließgeschwindigkeit gilt, ist zu einem reißenden Strom angeschwollen – um etwa zwei Meter gegen 19 Uhr, nur noch etwa ein halber Meter trennt die Fluten von der Brücke.

Die Biergärten des Strandcafes und des Café Hubraum auf der Solinger Wupper-Seite sind längst überflutet. Regnet es so weiter wie aktuell, drohen auch die beiden Gaststätten-Gebäude unter Wasser gesetzt zu werden. Auch andere Anwohner des Kohlfurther Wupper-Ufers waren angesichts der bedrohlichen Lage dabei, Vorkehrungen gegen einen weiteren Anstieg der Wupper zu treffen. Einsatzkräfte der Feuerwehr waren indes noch nicht zu sehen.

Zumal der starke Dauerregen mindestens bis in die Nacht hinein andauern soll, ist den Kohlfurthern zu wünschen, dass bald Hilfe eintrifft – wir wünschen alles Gute! Das nachfolgende Video zeigt die dramatische Lage an der Kohlfurther Brücke gegen 18.45 Uhr: