Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

08.09.2021, 16.35 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Gartenhallenbad-Sanierung: Von Anfang an „Problem-Baustelle“

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Keine Fortschritte bei den Planungen für einen Neubau der Feuerwache Cronenberg sowie Kostensteigerungen und Verzögerungen bei der Sanierung des Gartenhallenbades Cronenberg und beim Bau der Rettungswache Cronenberg – drei Dörper Projekte des Gebäudemanagements Wuppertal (GMW) sorgten in den letzten Monaten immer wieder für neue Negativ-Schlagzeilen. Und für viele Fragen bei der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg, weshalb das GMW in der August-Sitzung zum Rapport geladen war.

Mirja Montag, die neue Leiterin des GMW, und Produktmanager Thorsten Wagner stellten sich dabei den kritischen Fragen des Stadtteilparlamentes. Die vielleicht positivste Antwort des Abends: Bei der Gartenhallenbad-Sanierung soll es nun bei dem zuletzt anvisierten Wiedereröffnungs-Termin bleiben. Immerhin das versicherte GMW-Chefin Montag: Sie habe keine anderen Anhaltspunkte, als dass das Hallenbad nach den Herbstferien wieder öffnen könne.

Sind die defekten Becken-Scheinwerfer nun dicht?

Zwar, so berichtete Gebäudemanagement-Chefin Mirja Montag zum Wiedereröffnungs-Termin nach den Herbstferien, sei noch nicht endgültig klar, ob die defekten Becken-Scheinwerfer nun dicht seien. Ansonsten aber seien nur noch Restarbeiten in dem Hallenbad in der Straße Zum Tal zu erledigen – sie habe keine anderen Anhaltspunkte, dass das Hallenbad nicht um den 25. Oktober wieder öffnen könne.

Dass die Stadt die zuletzt angepeilte Fertigstellung im Juli erneut verschieben musste, bezeichnete GMW-Chefin Mirja Montag als „bittere Pille“: „Wir waren in den letzten Zügen“, berichtete sie, nach dem Auftreten verschiedener Schäden habe man sich aber kurzfristig entschlossen, die Wiedereröffnung auf Oktober zu verschieben. Dann werde man nicht nur ein mängelfreies Bad übergeben, positiver Nebeneffekt der neuerlichen Verzögerung sei auch, dass die Duschen dann neu gefliest seien, versuchte Montag die „bittere Pille“ den Bezirkspolitikern zu versüßen.

Gleichwohl räumte die GMW-Leiterin ein, dass die Gartenhallenbad-Baustelle „von Anfang an unter keinem guten Stern gestanden“ habe: Coronabedingte Probleme, Verzüge von Firmen oder auch Neuausschreibungen von einzelnen Gewerken und Verzögerungen von Materiallieferungen, die den wie Zahnräder ineinandergreifenden Zeitplan durcheinander wirbelten, hätten sich „wie ein roter Faden über die Baustelle gezogen“, versuchte Mirja Montag die Problem-Sanierung zu erläutern. Auf die Frage, ob das GMW gegen Firmen in Verzug mit Konventionalstrafen vorgehe, wurde deutlich, wie schwer der Stand der Stadt angesichts von Bauboom und voller Firmen-Auftragsbücher sowie Kostenexplosion beziehungsweise Engpässen bei Baumaterialien ist.

„Firmen können sich Baustellen aussuchen – da ist es mit Strafen schwierig…!“

Annette Berendes, die als Leiterin des Ressorts Grünflächen und Forsten Stadtdirektor Johannes Slawig als BV-Paten vertrat, sprang GMW-Chefin Montag zur Seite. Berendes erläuterte, dass auch ihr Ressort „erhebliche Probleme mit Firmen und Materialien“ habe: Wenn man mit Konventionalstrafen drohe, „kriegt man gar keine Firma mehr“, so die Grünflächen-Ressortchefin. So etwas habe sie in ihrer beruflichen Laufbahn noch nicht erlebt, ergänzte GMW-Chefin Mirja Montag: „Die Baufirmen können sich die Baustellen aussuchen – da ist es mit Strafen schwierig…!“

Von CDU-Politiker Michael-Georg von Wenczowsky gab es dennoch keine „Absolution“: Dass das Gerüst im Bad-Inneren für Fliesen-Schäden gesorgt hatte, „hätte man vorher wissen müssen“, kritisierte er als „handwerklich schlecht“ und fügte an: „Wir würden uns freuen, wenn der nächste Termin eingehalten wird.“ Peter Damaschke (SPD) bemängelte, dass mit dem Schwimmsport-Leistungszentrum im Sommer auch das zweite Cronenberger Hallenbad für Wartungsarbeiten geschlossen war: „Das hätte man anders koordinieren können.“

Gartenhallenbad-Sanierung: Viel länger und viel teurer

Zur Erinnerung: Ursprünglich sollte die Mitte August 2019 gestartete Sanierung des Gartenhallenbades Cronenberg im Sommer 2020 beendet sein. In Etappen wurden dann immer neue Fertigstellungstermine anvisiert, zuletzt platzte kurzfristig auch die Wiederöffnung im Sommer. Ähnlich verhält es sich mit den Kosten: Ursprünglich wurden sie auf rund vier Millionen Euro beziffert, zuletzt ging das GMW von 5,3 Millionen Euro für die Gartenhallenbad-Sanierung aus.