03.02.2026, 16.16 Uhr | Meinhard Koke | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Städtische Wärmeplanung: SPD fordert Änderungen für Cronenberg
Unter anderem fordert die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Cronenberg im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung eine Erweiterung des geplanten Nahwärme-Netzes in der Cronenberger Ortsmitte. | Foto: Meinhard Koke
Damit Deutschland bis zum Jahr 2045 klimaneutral werden kann, beschloss der Bundestag im Jahr 2023 das Wärmeplanungsgesetz (WPG). Dieses verpflichtet alle Städte und Gemeinden, eine Kommunale Wärmeplanung (KWP) zu erstellen. Diese sollen aufzeigen, wie es die Stadt schaffen will, dass keine klimaschädlichen Gase mehr produziert werden. Da der Wuppertaler Rat im zweiten Quartal 2026 die städtische Wärmeplanung beschließen will, macht die SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg nun Druck: Zur ersten BV-Sitzung 2026 am 4. Februar haben die Sozialdemokraten einen Antrag ins Stadtteilparlament eingebracht, der darauf abzielt, die bisherigen Wärmeplanungsziele besser an die Bedürfnisse in Cronenberg anzupassen.
Für Akzeptanz: SPD fordert mehr Vorab-Information
SPD-Fraktionssprecher Oliver Wagner betont, dass die Wärmeplanung weitreichende Bedeutung für jeden einzelnen Haushalt habe. Umso mehr bedauert Wagner, dass die Bezirksvertretung die Planungen erst kurz vor der finalen Beschlussfassung auf den Tisch bekommt: „Gerade bei der Wärmeversorgung brauchen wir die Akzeptanz vor Ort. Deshalb wünschen wir uns eine detaillierte Vorstellung der Pläne und die Berücksichtigung lokaler Expertise“, so der Sozialdemokrat, der auch dem Umweltausschuss des Rates angehört.
Der Mitte Dezember veröffentlichte vorläufige Endbericht sieht für Cronenberg vor, dass im Quartier Mastweg das dort bereits bestehende Wärmenetz ausgebaut werden soll. Für den nördlichen Bereich der Hauptstraße in der Cronenberger Ortsmitte plädiert der Stadt-Entwurf ebenfalls für ein Nahwärmenetz, während im Cronenberger Norden (Küllenhahn/Teile Hahnerberg) der Anschluss ans Fernwärme-Südnetz und in der Südstadt die Kopplung ans Fernwärme-Talnetz angedacht ist.
Von TiC bis Gartenbad: Ortsmitte-Wärmenetz ausweiten
Für das Nahwärme-Eignungsgebiet „Cronenberg-Mitte“ schlägt die SPD eine deutliche Erweiterung vor: So soll das Gartenhallenbad ebenso einbezogen werden wie der „Bildungs- und Sportcluster“ am Hütterbusch mit Grundschule, Turnhalle und Rollsporthalle. Ebenso schlägt SPD-Fraktionschef Wagner die Einbeziehung der „Hütte“ mit dem Kulturzentrum Borner Schule vor: „Besonders in der Cronenberger Altstadt stoßen individuelle Lösungen wie Wärmepumpen oft an ihre Grenzen“, verweist Fraktionschef Wagner auf Denkmalschutz und dichte Bebauung: „Hier ist ein Nahwärmenetz gegebenenfalls die einzige realistische Chance auf eine CO2-freie Heizung.“
Kohlfurth: Klärwerk und/oder Wupper nutzen
Und auch für die Kohlfurth hat die SPD eine Idee: Hier möchte sie geprüft wissen, ob nicht zum Beispiel die Abwärme des Klärwerks Kohlfurth genutzt werden könnte und/oder der Einsatz einer Fluss-Wärmepumpe in der Wupper. Daneben wünscht sich die SPD auch einen Bericht der Verwaltung dazu, welche Anregungen von Cronenberger Bürgern beziehungsweise Unternehmen zur Wärmeplanung eingegangen sind. „Eine wirtschaftliche, klimafreundliche Wärmeversorgung für Wuppertal funktioniert nur, wenn wir in den Stadtteilen passgenaue Lösungen finden und die Menschen vor Ort einbinden“, setzt Oliver Wagner darauf, dass die Verwaltung unter der Leitung der aus Cronenberg stammenden Oberbürgermeisterin Scherff „unsere fundierten Vorschläge zur Wärmeplanung konstruktiv aufnimmt“.
Die BV-Sitzung am morgigen 4. Februar beginnt um 19 Uhr im Städtischen Altenheim Cronenberg an der Herichhauser Straße 21b. Zuhörende sind zum öffentlichen Teil zugelassen. Mehr Infos dazu können online hier aufgerufen werden.





