19.05.2026, 19.38 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

FFC-Neubau: Freude über Ratsbeschluss, aber auch noch Skepsis

Artikelfoto

So soll die künftige Feuerwache an der Berghauser Straße mal aussehen – von geforderten Wohnungen für Feuerwehrleute ist in dieser Ansicht indes nichts zu sehen…. | Animation: Stadt/WP Architekten + Ingenieure

Dirk Jacobs, der Chef der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg (FFC), erfuhr am nächsten Morgen durch die CW davon: Am 11. Mai hatte der Stadtrat einstimmig grünes Licht für den Durchführungsbeschluss zum Neubau einer Feuerwache Cronenberg gegeben – ohne Debatte wurde das neben der ehemaligen Schule Berghauser Straße geplante Projekt (die CW berichtete mehrfach) „durchgewunken“.

„Ich glaube das erst, wenn’s los geht…“
Als Ersatz für ihr ebenso baufälliges wie nicht mehr zeitgemäßes Löschhaus an der Kemmannstraße soll die Dorper Wehr für rund 7,6 Millionen Euro am Lenzhaus einen modernen Neubau erhalten – laut Zeitplan soll im dritten Quartal 2029 der Einzug erfolgen. „Das ist schön“, freute sich Dirk Jacobs über die Nachricht aus dem Rathaus.
Zugleich zeigt sich der FFC-Chef aber auch gedämpft in seiner Freude: „Ich glaube es erst, wenn es los geht“, verwies Jacobs auch darauf, dass das Haushaltssicherungskonzept der Stadt ja noch von der Bezirksregierung abgesegnet werden müsse. Und: „Seit 40 Jahren warten wir darauf und es ist immer wieder verschoben worden“, wollte sich der Feuerwehrchef nicht zu früh freuen: „In Wuppertal läuft so viel Wasser die Wupper runter…“

Anzeige

„Chronik der Geduldsprobe steuert auf ein Ende zu…“
Optimistischer zeigt sich Michael-Georg von Wenczowsky, der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg: „Die CDU-Cronenberg, die Feuerwehr und auch die Bevölkerung freuen sich, dass der Neubau nun endlich beginnen kann.“ Und auch sein SPD-Amtskollege Oliver Wagner, zugleich Mitglied des Stadtrates, glaubt, dass mit dem Neubau-Beschluss die „Chronik der Geduldsprobe“ auf ein Ende zusteuert: „Nach Jahren des Planens, Hoffens und leider auch mancher Enttäuschung“ ist die Ratsentscheidung für Wagner „das Signal, auf das wir in Cronenberg lange gewartet haben“.

„FFC-Engagement ist jeden Euro wert…“
Für Bezirksbürgermeisterin Pia Kötter ist die Investition in den Neubau jeden Euro wert. Schließlich leisteten die Männer und Frauen der Feuerwehr Cronenberg seit so vielen Jahren ihren ehrenamtlichen Dienst für Cronenberg unter schwierigsten Bedingungen: „Das Durchhaltevermögen des Löschzugs unter der Führung von Dirk Jacobs verdient daher unser aller Dank und große Anerkennung“, würdigt Kötter.

Anzeige

Hoffen auf Realisierung durch Generalunternehmer
CDU-Ratskollege Alexej Hundt nimmt mit dem Ratsbeschluss nicht den Fuß vom Pedal: „Wir erwarten, dass die angekündigte Bauzeit von 36 Monaten eingehalten wird, damit die Arbeit am neuen Standort schnell beginnen kann“, drängt der Vorsitzende der CDU-Cronenberg darauf, dass die FFC planmäßig Ende 2029 umziehen kann. Sein SPD-Kollege Wagner bezeichnet den Zeitplan zwar als „ambitioniert“. Erfreulich sei aber, dass das Projekt womöglich durch einen Generalunternehmer realisiert werde: „Das hätte den großen Vorteil, dass Planung und Bau aus einer Hand kommen, was oft zu einer reibungsloseren Abwicklung führt“, zeigt sich Wagner optimistisch. 

Abriss von Nebengebäude & Verkauf von Löschhaus
Für den FFC-Neubau wird am Lenzhaus ein früherer Schulanbau sowie ein „Ergänzungsgebäude“ abgerissen. Die Giebelseite des alten Hauptgebäudes soll derweil denkmalgerecht saniert und auch die Heiztechnik erneuert werden. Der aktuelle FFC-Standort an der Kemmannstraße 45 soll übrigens verkauft werden.