Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

28.02.2018, 13.57 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

„Kann passieren…“: SSLZ wird nun erst im Mai fertig

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Das Schwimmsport-Leistungszentrum erhält unter anderem ein Edelstahlbecken.

Sichtlich zufrieden war Susanne Thiel mit dem Baufortschritt am Schwimmsport-Leistungszentrum (SSLZ): Die Kosten im Rahmen, die Arbeiten im Zeitplan, die Zusammenarbeit mit den bauausführenden Unternehmen hervorragend, verkündete die Mitarbeiterin des städtischen Gebäudemanagements (GMW) erst Anfang Februar (die CW berichtete). Wenn alles weiter nach Plan verlaufe, werde das Vier-Millionen-Projekt planmäßig fertig und das Küllenhahner Bad im April wieder öffnen.

Das klang gut, drei Wochen später klang es den ungläubigen Mitgliedern der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg aber umso mehr ungläubig in den Ohren: Grünen-Ratsherr Peter Vorsteher, seines Zeichens Vorsitzender des Sportausschusses, unterrichtete das Stadtteilparlament am 21. Februar 2018 darüber, dass es nichts wird mit der Punktlandung der SSLZ-Sanierung – ein Paukenschlag! Das zuständige Gebäudemanagement habe darüber informiert, dass das Leistungszentrum erst im Laufe des Mai fertig werde – „wir sind davon überrascht worden“, zeigte sich der Sportausschuss-Vorsitzender Vorsteher verblüfft.

Probleme bei der Ausschreibung einzelner Gewerke hätten zu der „plötzlichen“ Verzögerung geführt, bestätigt Stadt-Sprecherin Ulrike Schmidt-Keßler: „Das kann bei einem Projekt in dieser Größenordnung schon mal passieren“. Zumal in der Baubranche aktuell ein Boom herrsche, so die Stadt-Sprecherin weiter. Burkhard Orf von der CDU-Fraktion, als Vorsitzender des Schwimmvereins Neuenhof (SVN) auch ein Betroffener, überraschte die Nachricht weniger: Das Sport- und Bäderamt sei nicht Herr im eigenen Hause, denn das Gebäudemanagement sei viel zu schwerfällig und habe zu spät informiert. „Da kommt keiner aus den Hufen“, kritisierte der CDU-Bezirksvertreter anhand eines Beispiels aus seinem Neuenhofer Vereinsbad.

Das hatte der SVN bekanntlich zum Sanierungsbeginn für die Schul- und Leistungsschwimmer aus dem SSLZ als Ausweichstätte zur Verfügung gestellt (die CW berichtete) – Orfs Fazit heute: Was beim GMW ablaufe, sei schändlich für die Stadt – „wir sind ausgereizt“, stellte der CDU-Politiker und SVN-Vorsitzende klar. Damit, so befürchtet Peter Vorsteher, könnte drohen, dass die Schwimmer ab April auf dem Trockenen sitzen, wenn das Freibad Neuenhof für die alljährliche Instandhaltungspause das Wasser aus seinem Becken ablässt.

Das sei für den 9. April geplant, berichtet SVN-Chef Orf, „es sei denn, jemand spricht einmal mit uns“, sandte er ein Signal an die Stadt und das GMW – ein Hoffnungsschimmer für die betroffenen Schulen und Vereine…