12.03.2018, 19.54 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Nach 73 Jahren: Gedenkstein für das „Burgholz-Massaker“ steht

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An einem Wander-Rastplatz am Rande des Weges vom Zimmerplatz zum ehemaligen Schießplatz im Staatsforst Burgholz wurde der Gedenkstein für das „Burgholz-Massaker“ aufgestellt. -Foto: Meinhard Koke

Es hat lange gedauert: 73 Jahre nachdem im Februar/März 1945 am damaligen Schießplatz Burgholz 30 Zwangsarbeiter aus der damaligen Sowjetunion von den Nazis hingerichtet wurden, erinnert nun ganz in der Nähe des Schauplatzes der Gräueltat ein Gedenkstein an das sogenannte „Burgholz-Massaker“ (die CW berichtete mehrfach). Bereits vor vier Jahren hatte sich die Bezirksvertretung (BV) Cronenberg einmütig für einen Gedenk-Hinweis ausgesprochen.

Damals war die Bennenung des Forstweges, der zu dem ehemaligen Schießplatz führt, nach Helena Matrosowa, dem einzigen namentlich bekannten Opfer, vorgeschlagen worden. Dass Waldwege nicht offiziell benannt werden dürfen, dass der Massaker-Ort im Zuständigkeitsbereich des NRW-Landesbetriebs Wald und Holz liegt und nicht zuletzt unterschiedliche Auffassungen zwischen Stadt und Verein „Spurensuche – NS-Geschichte in Wuppertal“ über den Text auf dem Gedenkstein sorgten dafür, dass schließlich vier Jahre ins Land gingen.

Finanzierung ist Cronenberger Gemeinschaftsleistung

„Dieser Punkt ist schon fast historisch“, sagte Bezirksbürgermeisterin Ursula Abé denn auch nicht ohne Grund in der Februar-Sitzung 2017 der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg dazu (die CW berichtete ebenfalls). Dass es nun mit dem längst überfälligen Gedenkstein geklappt hat – endlich, möchte man meinen –, ist vor allem der Spurensuche-Initiative und Cronenberg zu verdanken: Im Stadtteil wurden nahezu die gesamten Kosten aufgebracht. Von den insgesamt 6.000 Euro übernahm die Bezirksvertretung 2.660 Euro, während der Bürgerverein Küllenhahn mit 1.500 Euro einen weiteren Löwen-Anteil übernahm. 500 Euro steuerte zudem der Cronenberger Heimat- und Bürgerverein (CHBV) bei, die Bürgervereine Hahnerberg-Cronenfeld (BHC) und Sudbürger beteiligten sich mit jeweils 250 Euro an dem Gedenkstein. Die Stadt indes übernahm die 500 Euro teuren Kosten für das Fundament…

„Ich bin glücklich, dass es endlich so weit ist“, freut sich Bezirksbürgermeisterin Urusla Abé, dass das jahrelange Hin und Her nun vorbei ist und der Gedenkstein steht: „Das hat zu lange gedauert.“ Den eingravierten Gedenktext empfindet die Dörper Bürgermeisterin als einen ebenso gelungenen wie würdigen Kompromiss. Auch dass der Standort nicht unmittelbar am Ort des grausamen Geschehens liegt, hält Abé für tragbar. Der Landesbetrieb habe den etwa 300 Meter entfernten Wander-Rastplatz für die Aufstellung des Gedenksteines vorgeschlagen, da am Schießplatz häufig „marodierende“ Wildschweine bejagt würden.

Zudem, so erläutert Bürgermeisterin Abé den Kompromiss-Standort, böte der Wander-Rastplatz viel Fläche, um sich dort mit Gruppen zu treffen und zu arbeiten – „einen Hinweis auf die Lage des Schießplatzes fände ich aber nicht schlecht“. Der Gedenkstein für die Opfer des Burgholz-Massakers soll im Frühjahr offiziell eingeweiht werden – die Terminierung dazu läuft noch.

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