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18.11.2019, 16.09 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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BV einstimmig: Dörper Feuerwache-Neubau nur mit Wohnungen!

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Fährt starke Geschütze auf, damit der Neubau der Feuerwache Cronenberg mit Wohnungen gebaut wird: Cronenbergs Vize-Bürgermeister Michael-Georg von Wenczowsky (CDU). | Foto: Meinhard Koke

Sicher niemand in der Bezirksvertretung (BV) Cronenberg, und wohl auch nicht allzu viele in ganz Wuppertal, dürften zum Thema „Feuerwehr“ größere Kompetenz haben als Michael-Georg von Wenczowsky. Schließlich war der CDU-Vizebürgermeister bis 2004 jahrzehntelang Chef der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg (FFH).

Insofern ließ aufhorchen, was von Wenczowsky in der BV-Sondersitzung (die CW berichtete) am 6. November 2019 verlauten ließ: Unverhohlen stellte der Feuerwehr-Experte infrage, ob der Brandschutz in Cronenberg nicht mehr gewährleistet sei und die Stadt somit ihrer Pflichtaufgabe nicht nachkomme. Falls das so sei, dann müsse der Berufsfeuerwehr-Leiter und sogar die Stadt-Führung sowie der Rat mit strafrechtlichen Konsequenzen für den Fall rechnen, dass in Cronenberg ein Mensch zu Schaden komme, weil die Feuerwehr das einzuhaltende Schutzziel 1 nicht habe einhalten können.

Dieses Einsatzziel besagt, dass die Feuerwehr innerhalb von zehn Minuten mit zehn Kräften am Einsatzort eingetroffen sein müsse. Wie bereits berichtet, hatte der städtische Feuerwehr-Chef Ulrich Zander in einer Stellungnahme bereits eingeräumt, dass dieses Schutzziel in Cronenberg nur bei 77 Prozent aller Einsätze eingehalten worden sei (die CW berichtete). Der Brandschutzbedarfsplan gibt indes vor, dass die Quote bei 85 Prozent liegen sollte. In der Sondersitzung am Mittwochabend äußerte Michael-Georg von Wenczowsky nun die Überlegung, dass selbst die 75-Prozent-Quote unterschritten werden könnte.

Ohne Wohnungen: „Sündenfall“ Feuerwache Hahnerberg

Sollte das der Fall sein, dann wäre die Wuppertaler Feuerwehr nicht mehr als „leistungsfähig“ einzustufen, die Stadt erfüllte nicht mehr ihre Pflichtaufgabe und die Bezirksregierung als Aufsichtbehörde müsste einschreiten. „Das ist in Cronenberg aktuell der Fall“, stellte von Wenczowsky fest, um zwischen den Zeilen mit der Einschaltung der Düsseldorfer Aufsichtsbehörde zu drohen: „Diesmal werde ich nicht locker lassen.“ Damit spielte der CDU-Experte auf den Neubau der Feuerwache Hahnerberg an.

Dabei hatte die Stadt darauf verzichtet, an der Theishahner Straße Wohnungen für die Feuerwehrleute mitzubauen – wie das zuvor bei der Feuerwache an der Hahnerberger Straße der Fall war. Ein „Sündenfall“ für von Wenczowsky, denn dadurch hätten sich die Ausrückezeiten der Hahnerberger Wehr (FFH) verlängert. Konsequenz: Die Cronenberger Wehr müsse heute Einsatzgebiete ihrer FFH-Kollegen mit abdecken.

„Wir werden das in Cronenberg nicht verantworten…“

Um eine Wiederholung dieses „Sündenfalls“ zu verhindern, fordert die CDU, dass die Stadt mit dem Neubau der Cronenberger Wache am geplanten Standort Berghauser Straße auch Wohnungen bauen müsse. Falls der Brandschutz tatsächlich nicht eingehalten werde, so sei das jetzt öffentlich bekannt, nahm Michael-Georg von Wenczowsky die Stadt in die Pflicht: „Wir werden das in Cronenberg nicht verantworten.“ Die Bezirksvertretung folgte der Forderung: Einstimmig wurde der CDU-Antrag, mit der Feuerwache auch Wohnungen zu bauen, vom Stadtteilparlament angenommen.

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