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04.03.2020, 19.58 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Gelpe-Verein: Einhelliger Widerstand gegen die Hipkendahl-Pläne

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Zum Thema „Hipkendahl“ konnte Gelpe-Verein-Vorsitzender Gerd Karalus (2.v.r.) Jochen Plate (li.) und Wilfried Kauhaus vom Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld sowie Jörg Werbeck (2.v.l.) vom LNU in Wuppertal begrüßen. | Foto: Meinhard Koke

Bürgervereine, LNU und der Verein aus dem Gelpetal sind sich einig: Bezirksregierung soll Fläche am Hipkendahl nicht als Allgemeinen Siedlungsbereich ausweisen / Regionalplan soll vor Gericht gekippt werden.

Jahreshauptversammlungen des Gelpe-Vereins sind üblicherweise eine schnelle Sache. Auch wenn am vergangenen Freitagabend Neuwahlen des Vorstandes auf dem Programm standen, war der formale Teil rasch abgehakt: Vorsitzender Gerd Karalus wie auch seine Stellvertreter Klaus Lindemann und Dr. Wolfgang Sauer sowie Schatzmeisterin Doris Neddermann wurden unisono einstimmig wiedergewählt.

Gerd Karalus (85) gab den Mitgliedern jedoch unmissverständlich zu verstehen: Nach immerhin 37 Jahren im Vorstand sowie rund 26 Jahren an der Spitze des Gelpe-Vereins sei dies seine letzte Amtszeit. Die kommenden zwei Jahre müsse man also dazu nutzen, Nachwuchs für den Vorstand zu gewinnen – „wir werden immer wieder darauf hinweisen“, unterstrich Karalus, dass die „drückenden Nachwuchsprobleme“ gelöst werden müssten. Rasch und einvernehmlich war damit der formale Teil erledigt und die georderten Essen im „Haus Zillertal“ hätten eigentlich aufgetischt werden können. Stattdessen kam aber ein Thema auf den Tisch, das die Gemüter im Verein wie in ganz Cronenberg beschäftigt: Die geplante Ausweisung einer Fläche eingangs der Hofschaft Hipkendahl als „Allgemeiner Siedlungsbereich“ (ASB) im zukünftigen Regionalplan.

„Düsseldorf ignoriert die Meinungen der Bürger…“

Obwohl Bezirksvertretung und Rat der Stadt dagegen votiert hatten, will die Bezirksregierung das 6,8 Hektar große Areal als ASB-Fläche ausweisen – obgleich sie die Umweltauswirkungen selbst „als voraussichtlich erheblich“ einschätzt. Nachdem die CW das Vorhaben der Bezirksregierung publik gemacht hatte, formierte sich der Protest: Die AG „Die Cronenberger“ der vier Dörper Bürgervereine formulierte einen offenen Brief an Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher, Sprecher Jochen Plate (Bürgerverein Hahnerberg-Cronenfeld) kündigte darin „massiven Widerstand“ an.

Dem schloss sich Gerd Karalus an. Der Gelpe-Vereinschef verwies auf Bebauungen an den Gelpetal-Rändern wie am Eichholz, am Heidt in Ronsdorf oder auch an der Jägerhofstraße: „So knabbert man überall“, kritisierte Karalus: „Es gehört zu unseren Aufgaben, wachsam zu sein, damit nicht noch mehr Naturraum genommen wird.“ Zugleich kritisierte der Vereinschef, dass sich die Bezirksregierung über das „Nein“ aus Wuppertal hinwegsetzen wolle: „Offensichtlich sitzen in Düsseldorf Entscheidungsträger, welche die Meinung der Bürger vor Ort ignorieren.“

„Es geht um den Flächenfraß im Allgemeinen…“

Jochen Plate sowie Jörg Werbeck, der Wuppertaler Koordinator der NRW-Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU), kündigten an, gegen die für April erwartete Regionalplan-Aufstellung gemeinsam vorgehen zu wollen. So will man sich dem „Initiativkreis pro Naturraum“ anschließen, den Bürgerinitiativen gegen Flächenfraß im Regierungsbezirk gegründet haben. Mit Blick auf die „Fridays for future“-Bewegung sagte Jochen Plate: „Wir müssen uns für unsere Enkel einsetzen – es geht nicht nur um unsere Wiese, es geht um den Flächenfraß im Allgemeinen.“ Als einen Hebel dazu betrachtet Jochen Plate den kommenden Kommunalwahlkampf: Parteien und OB-Kandidaten müssten hier Farbe bekennen.

Da man aber nicht an ein Einlenken beziehungsweise Umdenken in Düsseldorf glaubt, will man den Regionalplan insgesamt vielleicht mit juristischen Mitteln kippen: „Das wäre der einzige Weg wie wir weiterkommen“, zeigt sich Bürgervereins-Sprecher Plate überzeugt – die zahlreich anwesenden Anwohner der Hofschaft Hipkendahl hörten das sehr gern…