Dorf-Shoppen während der Corona-Krise

24.08.2020, 16.37 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Metall-Diebe bei Museumsbahnen: Geringe Beute, hoher Schaden

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Ein Schlag ins Gesicht der Ehrenamtlichen: BMB-Vorstand Jörg Rudat (re.) am Ort des neuerlichen Metall-Diebstahls an der Fahrstrecke der Bergischen Museumsbahnen. | Foto: Meinhard Koke

Wie bereits heute Vormittag berichtet, wurden die Bergischen Museumsbahnen (BMB) in der Nacht zum heutigen Montag, 24. August 2020, von Metall-Dieben heimgesucht. Nach drei Diebstählen Ende 2015/Frühjahr 2016 wurden die ehrenamtlichen Straßenbahner aus der Kohlfurth damit zum bereits vierten Mal Opfer von Kriminellen, die es auf den Fahrdraht aus Kupfer abgesehen haben.

Der neuerliche Diebstahl bei Deutschlands kleinster Straßenbahngesellschaft verursachte nach einer ersten Einschätzung von BMB-Vorstand Jörg Rudat einen Sachschaden von bis zu 25.000 Euro. „Das ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht für uns Ehrenamtliche, sondern auch für alle, die nach den Metall-Diebstählen vor vier Jahren für uns gespendet haben“, zeigte sich Rudat betroffen von der neuerlichen Tat.

Hoher Sachschaden, nur geringer Beute-Wert

Diese ereignete sich im Streckenabschnitt zwischen Greuel (NaturFreunde-Haus) und der Haltestelle Friedrichshammer. Hier wurde die Strecke auf einer Länge von etwa 200 Metern beschädigt. Weil die Täter dann möglicherweise durch alarmierte Wachleute beziehungsweise die Polizei gestört wurden,konnten offenbar nur etwa 20 Meter von dem kupfernen Fahrdraht gestohlen werden.

Gerade einmal 4,50 Euro pro Kilogramm betrage der aktuelle Metall-Wert für Kupfer, weiß Jörg Rudat. Insofern mache der reine Beute-Wert gerade einmal rund 100 Euro aus – bei einem um ein Vielfaches höheren Sachschaden. Und der wird sich noch steigern: Auf noch nicht absehbare Zeit müssen die Museumsbahner nach der Tat ihren Fahrbetrieb wieder einstellen. Nachdem sie gerade erst Ende Juli aus dem Corona-Zwangspause ins Fahrjahr 2020 starten konnten (die CW berichtete), konnten die Straßenbahn-Oldtimer also noch nicht einmal einen Monaten durchs Kaltenbachtal „bimmeln“.

Bitte melden: Haben Anwohner in der Nacht die Täter bemerkt?

Erst gestern, am turnusmäßigen Fahr-Sonntag alle 14 Tage, konnten sich die BMB über zahlreiche Fahrgäste freuen – „vielleicht waren ja auch die Diebe darunter“, unkt Jörg Rudat. Nicht ohne Grund: Erstens gingen die Täter nach Worten von BMB-Vorstand Rudat recht professionell vor. Zweitens schlugen sie auf einem Streckenabschnitt zu, dem sie sich mit einem Fahrzeug zum Abtransport der Beute wohl am besten nähern konnten.

Da die Unbekannten dazu heute Nacht die Hofschaft Greuel durchfahren haben müssten, hoffen die Museumsbahner und die Polizei, dass Anwohner etwas bemerkt haben könnten. Hinweise an die Polizei sind unter den Rufnummern (02 02) 247 13 90 (Cronenberg) oder (02 02) 284-0 (Präsidium) erbeten.

Bitte spenden: Unterstützung herzlich willkommen

Da die Museumsbahnen über keine Versicherung gegen solche Schäden verfügt – die Prämien dafür sind für die BMB schlicht nicht finanzierbar – freut sich der Straßenbahn-Verein mehr denn je über finanzielle Unterstützung. Spenden sind auf das Konto der Bergischen Museumsbahnen e.V. bei der Stadtsparkasse Wuppertal mit der IBAN DE48 3305 0000 0000 9095 64 herzlich willkommen und steuerlich abzugsfähig.

Mehr Infos unter www.bmb-wuppertal.de.