20.06.2023, 19.01 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Hochwasser-Warnsystem: Grünes NRW-Licht für Berger-Chef Groß

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Berger-Co-Chef Dr. Andreas Groß mit Vertretern der drei Bergischen Städte oder auch von IHK und Bergischer Universität bei der Übergabe des Förderbescheids für das Hochwasser-Frühwarnsystem in Düsseldorf mit Ministerin Mona Neubaur. | Foto: MWIKE-NRW

Dass das von der Maschinenfabrik Berger entwickelte Hochwasser-Frühwarnsystem nicht durch das Land gefördert werden sollte, sorgte im Frühjahr nicht nur für Empörung bei Initiator Dr. Andreas Groß (die CW berichtete mehrfach). Neben dem Co-Chef des Kohlfurther Unternehmens, das bei dem Jahrhundert-Hochwasser im Sommer 2021 einen Millionenschaden zu beklagen hatte (die CW berichtete ebenfalls), zeigten sich auch die Oberbürgermeister im Städtedreieck, die Bergische IHK und die Universität Wuppertal als Kooperationspartner oder auch der FDP-Landtagsabgeordnete Marcel Hafke empört, dass das NRW-Wirtschaftsministerium eine Förderung des „Bergischen Hochwasser-Frühwarnsystem 4.0“ für die Wupper ablehnte.

Nach großer Enttäuschung und „maximaler Frustration“ bei Berger-Chef Groß folgte nun das „Happy End“: Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) überreichte in Düsseldorf den Förderbescheid – demnach wird das Land das KI-basierte Hochwasserwarnsystem im Bergischen mit 2,8 Millionen Euro fördern.

OB Schneidewind dankt Berger-Chef Groß und Firma

Der Klimawandel werde auch in NRW immer spürbarer, „umso wichtiger sind Warnsysteme, die verlässlich und frühzeitig drohende Hochwasserstände erkennen und melden können“, erläuterte Ministerin Neubaur, dass das „Hochwasserschutzsystem 4.0“ dazu beitragen könne, rechtzeitig Schutzmaßnahmen zu ergreifen und so Leben zu retten und größere Schäden zu vermeiden: „Das schafft langfristige Sicherheit für Unternehmen“, so die NRW-Ministerin weiter.

Auch Oberbürgermeister Uwe Schneidewind freute sich über die Einsicht in Düsseldorf. Zugleich richtete Schneidewind seinen „besonderen Dank“ an „KI-Vordenker“ Andreas Groß und sein Kohlfurther Unternehmen: „Ohne sein Engagement und seine Energie wäre dieses fantastische Projekt nicht möglich gewesen“, unterstreicht der OB gegenüber der CW: „Was mich zudem gefreut hat: Wie alle Akteure des Bergischen Städtedreiecks gemeinsam für das Projekt gekämpft haben, als sich Probleme bei der Förderentscheidung andeuteten.“ Das Warnsystem, so Schneidewind abschließend, sei „ein tolles Projekt und ein überzeugendes Signal für die Innovations- und Kooperationsbereitschaft des Bergischen Städtedreiecks“.

Schwammstadt: Bürgermeisterin Scherff kritisiert Untätigkeit der Stadt

Cronenbergs Bezirksbürgermeisterin Miriam Scherff (SPD) freut sich natürlich auch für Andreas Groß und das Warnsystem „made in Kohlfurth“. Gleichzeitig kritisiert Scherff aber auch mangelnde Fortschritte bei der Bewältigung der Folgen der Flutkatastrophe 2021: „Abgesehen von der Absichtserklärung aus dem letzten Jahr, ein Modellquartier Schwammstadt zu bauen, habe ich von der Stadtverwaltung nichts weiter gehört“, bemängelt die Dörper Bürgermeisterin, dass den politischen Gremien bislang „nur ein kurzer Bericht der Taskforce Hochwasser“ vorliege.

„Wenn das alles ist, was von der Stadtverwaltung kommt, ist das ein Schlag ins Gesicht für diejenigen, die bei der Flutkatastrophe ihr Hab und Gut verloren haben.“ Scherff fordert mehr Beachtung für das Vorhaben Schwammstadt: „Es müssen nun konkrete Maßnahmen für alle Wohnbauprojekte in den Bebauungsplänen festgelegt werden“ – obwohl die Bezirksvertretung Cronenberg bei jedem Bauleitverfahren dieselben Hinweise gebe, habe dies nicht zu einem Umdenken geführt. Es sei ärgerlich, dass die Verwaltung nicht selbst aktiv werde, fordert Scherff etwa ein „Schwammstadtforum“, denn: „Der nächste Starkregen wartet nicht auf Wuppertal“, unterstreicht Scherff.