26.02.2024, 19.07 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

Schleifstein: Schriftzug ist „relativ egal“ – letztlich aber doch nicht!

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Ein erster Krokus reckt sich am Schleifstein-Denkmal in der Ortsmitte aus dem Gras, aber nicht mehr gen „Cronenberg“-Schriftzug, sondern nur noch in den Dörper Himmel… | Foto: Meinhard Koke

Bis in das Nazi-Reich hinein stand hier das erste Cronenberger „Kriegerdenkmal“. Nachdem es im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen wurde, war die kleine Parkanlage an der Ecke Holzschneider-/Hauptstraße verwaist. Zum 100-jährigen Jubiläum des Cronenberger Heimat- und Bürgervereins (CHBV) kam „Ersatz“: Karin und Manfred vom Cleff stifteten den Cronenberger Bürgern einen 150 Jahre alten Schleifstein, der im Beisein von Honoratioren und zahlreichen Bürgern des Stadtteils im Jahre 1992 feierlich eingeweiht wurde.

Schriftzug: Nachträgliches Geschenk zum 125-Jährigen

Rund 20 Jahre lang fristete das Denkmal eher ein Schattendasein, im Frühjahr 2019 wurde der Schleifstein dann zu einem echten „Hingucker“: Der Heimat- und Bürgerverein, also eben jener Verein, zu dessen Jubiläum der Schleifstein gestiftet worden war, brachte daran einen metallenen „Cronenberg“-Schriftzug an (die CW berichtete) – als nachträgliches „Geschenk“ an den Stadtteil zu seinem 125-jährigen Bestehen…! Anschließend fand das Denkmal nicht nur mehr Beachtung in Cronenberg, auch in einem kleinen Städtchen an der Sieg, ähnlich groß wie Cronenberg, wurde man aufmerksam. Durch einen Hinweis aus Cronenberg, so vermutet CHBV-Chef Rolf Tesche, erfuhr die Tochter des Stifter-Ehepaars vom Cleff von dem Schriftzug auf dem von ihren Eltern geschenkten Schleifstein.

Keine Veränderungen: Festlegung in Schenkungsurkunde

Und die zeigte sich weniger begeistert davon als viele Cronenberger. Der Hintergrund: Bei Stiftung des Denkmals hatten Karin und Manfred vom Cleff – notariell beglaubigt in einer Schenkungsurkunde – festlegen lassen, dass das Schleifstein-Denkmal nicht verändert werden dürfe. „Wir wussten gar nichts davon, sonst hätten wir natürlich vorher gefragt“, bedauert CHBV-Vorsitzender Rolf Tesche das (vielleicht etwas zu blauäugige) Vorgehen beim Anbringen des Cronenberg-Schriftzuges vor rund fünf Jahren.

Eigentlich „egal“, aber von den Eltern so gewollt

Auch wenn die Tochter mutmaßlich im Recht sein dürfte, das Verständnis für das Vorgehen der Erbin ist beim Bürgerverein dennoch begrenzt. Ganz anders sieht das die Stifter-Nachfahrin: Ihre Eltern hätten die Festlegung vor über drei Jahrzehnten sicherlich nicht ohne Grund getroffen und notariell beurkunden lassen, zeigt sich die Frau im Gespräch mit der CW überzeugt. Auch wenn sie nur selten in Cronenberg sei, und obwohl der Schriftzug ihr persönlich „relativ egal“ sei, den mutmaßlichen Willen ihrer Eltern wolle sie nicht missachten: „Dieser Schleifstein sollte so stehen bleiben wie es meine Eltern gewünscht haben“, das habe ihr Vater explizit so festgelegt. „Es tut mir auch leid“, sagt die Stifter-Tochter zur CW, „aber das ist so gewollt“.

CHBV: Überlegungen zu Alternativen

Auch wenn sich der Bürgerverein dem gebeugt und den Schriftzug zwischenzeitlich entfernt hat (die CW berichtete), auf dem Schrottplatz soll „Cronenberg“ nicht landen: Es laufen bereits Überlegungen, wie der Schriftzug anderweitig in der Parkanlage „in Szene“ gesetzt werden kann – ohne Anbringung an dem Schleifstein, natürlich…!