12.06.2018, 10.11 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

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Unwetter: 135 Einsätze für die Dörper Feuerwehr-Freiwilligen

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Am „Neuenhofer Knapp“ sorgte das Unwetter am 1. Juni dafür, dass das Wasser aus der Kanalisation sprudelte. -Foto: Meinhard Koke

Nach den rund 800 Unwetter-Einsätzen, welche bereits am 29. Mai 2018 vornehmlich entlang der Talachse gefahren werden mussten (die CW berichtete), sorgte der Starkregen am Freitagnachmittag, 1. Juni 2018, noch einmal für zusätzliche über 100 Feuerwehr-Einsätze in Wuppertal. Laut Feuerwehr-Mitteilung mussten ab circa 16 Uhr überwiegend tiefer liegende Räume, wie Keller oder Untergeschoss-Wohnungen, leergepumpt werden.

So wurde das Freibad Neuenhof von einer schlammigen Brühe überflutet (die CW berichtete), zudem standen zahlreiche Stellen im CW-Land unter Wasser. Wie das Video, das uns Stefan Padberg freundlicherweise zur Verfügung stellte (siehe unten), eindrucksvoll zeigt, ergoss sich zudem auch vom Ehrenmal aus eine wahre Flut über die Treppe hinab bis zum historischen Brunnenhäuschen am Born.

Einsatzzahlen der Dörper Wehren explodierten

Ein „Von 0 auf 100“ war es zwar nicht. Aber die beiden Unwetter sorgten dafür, dass die Einsatzzahlen der Freiwilligen Feuerwehren im CW-Land geradezu explodierten: Die Einsätze der Cronenberger Wehr (FFC) verdoppelten sich fast von 94 auf 174, bei der Freiwilligen Feuerwehr Hahnerberg (FFH) schnellten die Einsatzzahlen von 132 auf 187 Alarme hoch – eine richtig „heiße“ Woche also für die ehrenamtlichen Dörper Floriansjünger.

Gegen 16 Uhr wurde die Feuerwehr Cronenberg zum Mastweg gerufen. Hier wurde ein Garagenhof weiträumig von den Wassermassen überflutet. Zudem liefen von dort aus mehrere Kellerschächte voll – etwa 200 Quadratmeter standen anschließend bis zu 30 Zentimeter hoch unter Wasser. An der Hastener Straße war ein sonst kleiner Bach zu einem reißenden Strom angeschwollen, der ab etwa 17 Uhr über die Ufer trat und dann durch eine Firmenhalle floss. An einem Nachbarhaus war der Bach zunächst über eine Gartenmauer gelaufen, um dann einen Keller unter Wasser zu setzen.

Im Ausnahmezustand war auch die Feuerwehr Hahnerberg (FFH): Nachdem die FFH bereits nach dem Dienstags-Unwetter über 30 Stunden im Dauereinsatz war, sorgte der Starkregen am Freitag zwar „nur“ für zwei weitere Alarme. An der Haspeler Straße mussten aber immerhin rund 60.000 Liter Wasser abgepumpt werden.

OB Mucke und MdB Lindh danken Einsatzkräften

Oberbürgermeister Andreas Mucke dankte derweil allen Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr sowie den Mitarbeitern der Stadt, des Gebäudemanagements und des Eigenbetriebs Straßenreinigung (ESW) für ihren Einsatz: Die Einsatzkräfte hätten den katastrophalen Zustand in der Stadt schon früh im Griff gehabt – „das ist eine großartige Leistung im Sinne der Bürger“, so Mucke. Nach einer ersten Übersicht bezifferte der OB den Schaden an der städtischen Infrastruktur auf rund zehn Millionen Euro.
Zur Bewältigung bat Mucke um finanzielle Unterstützung des Landes.

Dem schloss sich der SPD-Bundestaggsabgeordnete Helge Lindh an: „Die schweren Schäden des Starkregens sprechen eine eindeutige Sprache: Wuppertal braucht schnelle und unbürokratische Hilfe bei der Beseitigung von Schäden an öffentlichen Gebäuden, Straßen und Gehwegen“, sagte Lindh nach Besuchen des Technischen Hilfswerks (THW) und der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg (die CW berichtete), des geschädigten Campus Haspel der Universität und des CBT-Wohnhauses Edith Stein: „Ich fordere die Landesregierung auf, zügig zu handeln!“, so Lindh.

Vorsicht in Wäldern & Parks, erneute Sperrmüll-Aktion am Wochenende

In den städtischen Parks und Wäldern werden die Schäden zurzeit noch erfasst. Besonders stark betroffen war die Hardt, wo Wege bis zu einem Meter tief ausgewaschen wurden – nachdem gerade erst die Schäden von Sturm Friederike behoben worden waren. Rund 500 Bäume sind nach einer ersten Bestandsaufnahme beschädigt oder samt Wurzeln aus dem Erdreich gerissen. Weil lose Äste ebenso zur Gefahr werden können wie unterspülte Wege, warnt die Stadt davor, Parks und Wälder oder auch Spielplätzen zu besuchen.

Die Mitarbeiter von Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) und Straßenreinigung schoben derweil auch am vergangenen Wochenende eine Unwetter-Sonderschicht: Unwetter-Betroffene konnten erneut ihren Sperrmüll zur Abfuhr an die Straße stellen. Am Wochenende zuvor wurden mit Unterstützung von Müllwerkern aus anderen Städten schon 550 Tonnen Sperrmüll abgefahren.

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