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26.08.2020, 19.29 Uhr   |   Meinhard Koke   |   Artikel drucken   |   Instapaper   |   Kommentare

4Fields: Neue Vision für alte Gummiplätze am Schulzentrum Süd

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Bürgervereinschef Michael Ludwig (li.) informierte Noch-Ratsherr Peter Vorsteher (2.v.l.), OB-Kandidat Uwe Schneidewind sowie die Grünen-Ratskandidatin Dagmar Liste-Frinker an den Gummiplätzen über das Projekt „4Fields“. | Foto: Meinhard Koke

„4Fields“ heißt das Projekt, mit dem der Bürgerverein Küllenhahn sowie die beiden Schulen im Schulzentrum Süd der Sportanlage am Jung-Stilling-Weg neues Leben einhauchen wollen / OB-Kandidat Schneidewind erkennt „Strahlkraft“ für ganz Wuppertal.

Zu einem Ortstermin hatten Noch-Grünen-Ratsherr Peter Vorsteher (die CW berichtete) und Ratskandidatin Dagmar Liste-Frinker am 19. August 2020 den schwarz-grünen Oberbürgermeister-Kandidaten Uwe Schneidewind eingeladen. Das Thema: die Situation rund um den Jung-Stilling-Weg. Dabei ging es nicht nur um den Zustand des Wegs zwischen Cronenberger Straße und Dürrweg, Verkehrsprobleme durch „Eltern-Taxis“ zum Schulzentrum oder auch die Vermüllung der Wiesen am Fernsehturm sowie der benachbarten „Gummiplätze“.

OB-Kandidat Schneidewind ließ sich auch zu Plänen informieren, welche eine neue Perspektive für die in die Jahre gekommene Sportanlage unterhalb des „Süd“ eröffnen könnten. Michael Ludwig, Vorsitzender des Bürgervereins Küllenhahn, erläuterte den Grünen-Politikern das Projekt „4Fields“. Damit will der Bürgerverein zusammen mit den beiden Schulen im Schulzentrum der Anlage neues Leben einhauchen.

Multifunktional bespielbar, Bouldern und Skaten

Demnach sollen zwei der drei bestehenden Plätze zu einer Multifunktionsfläche (Handball, Fußball, Basketball) beziehungsweisezu einem Boulder-Areal für Kletterer umgestaltet werden. Auf dem oberen dritten Platz, dessen maroder Gummibelag bei Nässe eine rutschige Verletzungsgefahr darstellt, sehen die Pläne den Bau einer Kaltluft-Sporthalle vor. Vierter Teil der „4Fields“-Idee ist am unteren Ende der Anlage eine Skater-Bahn auf der jetzigen Laufbahn. Nach einem mit Skatern abgestimmten Konzept soll diese in den Boden hineingebaut und auch für BMX- und Rollstuhlfahrer nutzbar sein.

Kaltlufthalle: Stadt soll machen, Schüler sollen managen

Wie Bürgervereinschef Ludwig weiter erläuterte, wollen Schulen und Bürgerverein für ihr Konzept Sponsoren und Fördermittel gewinnen sowie auch Crowdfunding-Aktionen starten. Für die Kaltlufthalle indes, die Ludwig – je nach Ausstattung – auf 650.000 bis eine Million Euro beziffert, setzt man auf die Stadt: „Wenn wir die drei anderen Flächen selbst hinbekommen, dann wollen wir zumindest dafür die Stadt in die Pflicht nehmen.“ Als „Kümmerer“ der geplanten Halle sieht das Konzept eine Schüler-Firma vor, die sich dazu aus den beiden Schulen im „Süd“ heraus gründen soll.

Okay vom Dezernenten Kühn – aber kein Geld!

Der dafür zuständige Schuldezernent Dr. Stefan Kühn, der Hausherr der „Gummiplätze“-Anlage, signalisierte auf CW-Nachfrage grundsätzliche Zustimmung für die „4Fields“-Pläne. Das allerdings mit einem doppelten „Aber“ versehen: Erstens könne sein Geschäftsbereich dafür keine Mittel zur Verfügung stellen – alle Gelder seien komplett für Bau und Sanierung von Schulen verplant. Und zweitens, so Kühn, müsste ein Alternativplatz für eine „Süd“-Erweiterung gefunden werden.

Das Schulzentrum soll künftig rund 350 Schüler zusätzlich aufnehmen, weshalb eine Ausgliederung der Naturwissenschaften-Räume geplant ist. Hierfür sind nun offenbar die Flächen der Hausmeister-Häuser am Ost-Schulhof beziehungsweise des Schulgartens am Westhof im Gespräch.

„Großartig“: „Sie fordern nicht nur, sondern machen auch“

Die Grünen-Politiker zeigten sich angetan von der neuen Vision für die alten Plätze wie auch von dem Schüler-Firma-Plan (Schneidewind: „Eine schöne Idee“): „Das ist großartig – Sie fordern nicht nur, sondern finden auch Lösungswege“, unterstrich Dagmar Liste-Frinker, dass angesichts der steigenden Schülerzahl doch auch der Bedarf für die Entwicklung der Plätze steige. Uwe Schneidewind derweil bezeichnete das Areal als einen „tollen Freizeitraum“, der es „absolut wert“ sei, entwickelt zu werden.

Es gehe darum, für strategische Orte in Wuppertal etwas zu tun, um die Qualität der Stadt voranzubringen – in anderer Funktion nach der OB-Wahl „werde ich ein Auge darauf behalten“, versicherte Schneidewind: „Das sind die Dinge, die auf ganz Wuppertal ausstrahlen könnten.“

Bürgerverein: „Wir machen gerne – aber nicht alles!“

Michael Ludwig gab den Grünen-Vertretern derweil noch eine Botschaft mit auf den Weg zu ihren jeweiligen Anschlussterminen: Bislang, so kritisierte Ludwig, habe man den Eindruck, Stadt und Verwaltung machten gar nichts von selbst, sondern nur auf Anregung. Die Bürgervereine seien bereit dazu, von der Politik noch mehr in die Pflicht genommen zu werden –„aber wir machen nicht alles…“, betonte Ludwig…