06.03.2026, 19.04 Uhr | Meinhard Koke | Artikel drucken | Instapaper | Kommentare
Ralf Putsch: „Beim TiC fügen sich so viele Dinge gut zusammen…“
Nicht „nur“ Chef des Weltmarktführers für Qualitätszangen, sondern auch engagiert als Gesellschafter der TiC-Theater gGmbH: Ralf Putsch, der Geschäftsführer der Cronenberger Firma KNIPEX. | Foto: Meinhard Koke
„Das gesellschaftliche Engagement von Familienunternehmen“ beleuchtete im Jahr 2007 eine Studie der „BertelsmannStiftung“. Die Quintessenz der Unternehmensbefragung: Familienunternehmen seien weit mehr als nur Arbeitgeber. Durch ihre vielfach starke Verwurzelung und die Engagements in ihrer Region seien sie auch eine Art Anker für gesellschaftliche Stabilität und Zusammenhalt – und somit eine zentrale Säule der sozialen Marktwirtschaft.
Familienunternehmen als TiC-Gesellschafter & -Beiräte
Diese Aussage der Bertelsmann-Studie lässt sich auch am TiC-Theater festmachen: Wer auf der Online-Präsenz des Fördervereins TiC Club die Übersichten zu den Gesellschaftern und Beiräten der TiC gGmbH studiert, stellt fest: Auch hier ist viel Engagement von familiengeführten Unternehmen im Spiel – ob DiGASS, Schmersal, Peter Krämer (WK-P), Dirk Emde, KNIPEX oder Rinke und die Wirtschaftsjunioren als Gesellschafter; ob Dr. Andreas Groß (Berger-Gruppe), Sascha Grabowski (AWG), Patrick Hahne (Sparkasse) oder Stephan Ries (TiC Club): Es sind regionale Unternehmer und Unternehmen, welche sich als tragende Säulen des TiC-Theaters engagieren – und damit auch einen gesellschaftlichen Mehrwert leisten.
„Ries-Paket“: „Da konnte man nicht ,Nein‘ sagen…“
Ist in Cronenberg von unternehmerischer Unterstützung die Rede, dann fällt ganz oft sein Name, vielfach zuerst: Ralf Putsch. Der Chef des Familienunternehmens KNIPEX fördert vieles, in der eigenen Firma wie anderswo; man ahnt nur, wie viel, denn so manches bleibt im Stillen – KNIPEX hält sich mit seiner „Corporate Social Responsibility“, wie soziales Engagement von Unternehmen neudeutsch bezeichnet wird, vielfach lieber vornehm bedeckt. Der Zangen-Weltmeister hat stets ein offenes Ohr, aber spricht nicht immer über alles, was er macht.Natürlich dachte Insolvenzverwalter Stephan Ries auch an Ralf Putsch und KNIPEX, als er das TiC-Theater neu aufzustellen versuchte. Ob mit seiner Firma als TiC-Gesellschafter oder persönlich als Beirat – Ralf Putsch sagte zu: „Ich habe gerne mitgewirkt, weil ich das TiC für erhaltenswert und förderungswürdig hielt“, schaut der Unternehmer zurück. Stephan Ries’ „Struktur-Paket“, die Namen der weiteren Gesellschafter und Beiräte („das hat zusätzlich Vertrauen eingeflößt“), nicht zuletzt die Klarheit bezüglich der neuen TiC-Leitung mit Ralf Budde und Stefan Hüfner („das war ein ganz entscheidender Faktor“): „Stephan Ries hatte alle Zutaten zusammen – das hat mich überzeugt.“
Häufige Besuche: „Heute kenne ich das TiC viel besser“
Zudem sei das Theater „ganz nah an den Menschen und sehr gut im Stadtteil verankert“: „Wenn sich das mit vereinten Kräften erhalten lässt, dann ist das ein sehr erstrebenswertes Ziel“, erläutert Ralf Putsch, warum er 2008 TiC-Gesellschafter und Beirat wurde. Zuvor habe er das TiC gekannt, natürlich, zumal mit Martina Wortmann eine TiC-Schauspielerin Mitarbeiterin war. Er sei aber eher „Gelegenheitsbesucher“ gewesen, verrät Ralf Putsch. Das hat sich geändert, aber nicht nur durch seine Funktionen in der gemeinnützigen Theater-GmbH – auch privat ist der KNIPEX-Chef zu einem regelmäßigen TiC-Gänger geworden. Das Musical „Wie im Himmel“ („beeindruckend“) ist die TiC-Produktion, die er zuletzt sah: „Heute kenne ich das TiC viel besser.“
Förderverein, Schauspieler, Leitung – viel Herzblut…!
Ralf Putschs Sicht auf die Dorper Bühne lautet: Sie biete einen nahbaren Zugang zum Theater, ein breites Spektrum von Unterhaltung bis anspruchsvoll – „das finde ich sehr gut“. Dass es gelungen ist, das zu erhalten, dass das TiC extrem beliebt und wirtschaftlich stabil 40. Geburtstag begehen kann, bezeichnet Ralf Putsch als „außergewöhnliche Erfolgsgeschichte“: „Wir alle können dankbar sein und uns glücklich schätzen, dass es zusammen mit vielen Unterstützern gelungen ist, ein finanziell gesundes Theater auf so hohem Qualitätsniveau zu erhalten.“ Ralf Putsch hebt die Mitwirkung des Fördervereins TiC Club ebenso hervor wie das Herzblut der Schauspieler und die professionelle Leitung durch die Geschäftsführer Budde/Hüfner: „Beim TiC fügen sich einfach viele Dinge gut zusammen“, zieht Ralf Putsch eine Parallele zum Nordbahntrassen-Projekt oder zur Junior-Uni: „Das sind jeweils Kombinationen von Machern und Gestaltern, Engagement und Ehrenamt und finanziell Fördernden …“
Wunsch: Engagierte mögen erhalten bleiben
Putschs Wunsch für die TiC-Zukunft? Das Fundament sei stark, und Budde/Hüfner falle sicherlich auch weiterhin immer wieder etwas ein, um große Stoffe „verlustfrei“ für die kleinen Bühnen zu adaptieren, damit sich das Cronenberger Theater weiter erfolgreich entwickeln kann. Ralf Putsch wünscht dem TiC, dass es seine wichtigste Grundlage bewahren kann: die TiC-Gemeinschaft. Ob die „beachtlichen“ Darsteller auf der Bühne, die Bühnenbauer und Techniker, die immer wieder „eindrucksvolle Effekte“ zu schaffen wissen, die Unterstützer und Sponsoren und, und, und…: „Ich wünsche dem TiC weiterhin viele Menschen, die bereit sind und Freude daran haben, so viel Zeit und Aufwand zu investieren…!“





